Lehrstuhl für Personalführung

DFG Projekt zu Female Leadership gestartet

Von 2020 bis 2022 läuft am Lehrstuhl ein Projekt zu den Mikrodynamiken von Führung.

In Wissenschaft und Praxis werden das leistungssteigernde Potenzial von und die ethische Verpflichtung zu einem Anstieg des Frauenanteils in Führungspositionen regelmäßig hervorgehoben. Der Fortschritt bei der Erreichung dieses Ziels gestaltet sich jedoch nach wie vor schleppend. Die Forschung hat zwar bereits viel dazu beigetragen, generelle Faktoren auf Individuums- und Umweltebene zu identifizieren, die Frauen den Aufstieg in Führungspositionen erschweren. Allerdings ist nach wie vor wenig darüber bekannt, wie Führungskräfte und ihre Mitarbeiter/-innen in konkreten Interaktionen Führung einfordern und zugestehen, vor allem unter Berücksichtigung des Geschlechts der interagierenden Führungskraft. Diese täglichen Situationen sind allerdings essentiell für die Etablierung von Führung und damit den langfristigen Aufstieg. Wenn Mitarbeiter/-innen beispielsweise gegenüber einer weiblichen Führungskraft in täglichen Interaktionen herausfordernder reagieren als gegenüber einer männlichen Führungskraft, welche Unterschiede in spezifischen nachfolgenden Verhaltensweisen können dann zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften nachgewiesen werden? Wie evoziert eine verbale oder nonverbale Aussage die nächste, und trägt damit zur Formung von Verhaltenssequenzen bei, welche die Führungskraft in ihrer Rolle stärkt oder schwächt? Und resultieren diese sich entwickelnden sozialen Dynamiken in übergeordneten Konsequenzen wie die Beurteilung der Effektivität oder die Akzeptanz der Führungskraft durch Mitarbeiter/-innen?

 

Die DFG hat das Projekt mit dem offiziellen Titel „Möge die Macht mir dir sein? Eine mikro-dynamische Betrachtung der Rolle des Geschlechts in der Einforderung und Zusprechung von Führung in Interaktionen von Managern und Mitarbeitern“ im letzten Jahr bewilligt. Unter Leitung von Professorin Gerpott werden drei unterschiedliche Analyseebenen (verbale, paraverbale, non-verbale Verhaltensweisen) zur Beantwortung der zuvor genannten Fragen und damit zur Theorieentwicklung im Bereich Führung untersucht. Die Datensammlung wird in der betrieblichen Praxis stattfinden, wodurch sichergestellt wird, dass die Ergebnisse zur Ableitung direkter Handlungsimplikationen genutzt werden können, vor allem im Hinblick auf die Führungskräfteentwicklung. Kooperationspartner des Projekts ist Prof. Van Quaquebeke von der KLU Hamburg.

Wenn Sie an einer Kooperation interessiert sind, und damit nicht nur unsere Forschung unterstützen sondern auch ihre eigenen Führungskräfte entwickeln möchten, melden Sie sich jederzeit gern bei unserem Lehrstuhl-Team. Seit Anfang des Jahres arbeitet Lioba Gierke auf dem Projekt; außerdem können Sie sich selbstverständlich jederzeit an Fabiola Gerpott wenden.

Weitere Informationen zu Zielen und Ablauf finden Sie auch hier.