Stiftung WHU Forschung

Digitalisierung der Zivilgesellschaft

Beim Digital Social Summit, dem ersten Digitalgipfel des Dritten Sektors, am 21. und 22. Februar in Berlin diskutierten über 400 zivilgesellschaftliche Akteure aus ganz Deutschland über die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels. Zentrale Forderung: Der Dritte Sektor sollte stärker an den politischen Entscheidungen zur Gestaltung des digitalen Wandels beteiligt werden. Die Stiftung WHU gehört zu den Mitinitiatoren des Digitalgipfels, der in Zukunft jedes Jahr stattfinden soll.

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Die Zivilgesellschaft muss eine wichtigere Rolle bei der Gestaltung des digitalen Wandels einnehmen. Dazu gehört auch die stärkere Einbindung in Beratungsstrukturen von Bund und Ländern, die politische Entscheidungen zum Thema Digitalisierung vorbereiten. Das war eine der Forderungen des ersten Digital Social Summit, der am 21. und 22. Februar in der Kalkscheune in Berlin stattgefunden hat. Mehr als 400 Teilnehmer von Vereinen, Bürgerinitiativen, Stiftungen und Verbänden, diskutierten darüber, wie zivilgesellschaftliche Organisationen die Chancen des digitalen Wandels für sich nutzen können. In verschiedenen Panels mit Schwerpunkten wie „Organisation digitalisieren“ oder „Engagement neu entfachen“ gab es Gelegenheit, um Erfahrungen zu teilen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu finden.

Hauptrednerin war Lucy Bernholz vom Stanford University Center on Philanthropy and Civil Society. In ihrer Keynote sprach sie über die Verantwortung und Rolle der Digitalen Zivilgesellschaft. Diese müsse unabhängig und autonom bleiben und ihre eigene Expertise stärken, zum Beispiel im souveränen Umgang mit Daten. Damit dies gelingt, so Bernholz weiter, sei es wichtig, die Bedingungen für den Erwerb digitaler und weiterer zukünftig relevanter Kompetenzen zu verbessern. Die von der WHU miterstellte Studie „Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen“ kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

Ziel der Initiatoren des Digitalgipfels war es, die Digitalisierung der Zivilgesellschaft auf die Agenda zu setzen und einen Raum für den dringend notwendigen Austausch zu schaffen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass Digitalisierung nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den gemeinnützigen Sektor massiv beeinflusst und verändert. Um die entsprechenden Chancen systematisch nutzen zu können, braucht es ein Umdenken bei Führungskräften, Mitarbeitern und Ehrenamtlern, sowie entsprechende Aus- und Weiterbildung“, ist sich Dr. Peter Kreutter, Direktor der Stiftung WHU und einer der Mitinitiatoren des Digital Social Summits, sicher. Gemeinsam mit der DSA-DeutscheStiftungsAkademie bietet die WHU daher auch seit 2018 ein „Management Programm für Non-Profit-Führungskräfte“ an, das sich gezielt mit zukunftsrelevanten strategischen Fragestellungen für gemeinnützige Organisationen auseinandersetzt.

Weitere Mitglieder des Initiativkreises „Digital Social Summit“ neben der WHU waren ZiviZ im Stifterverband, das betterplace lab, das Bundesministerium des Innern, für Heimat und Bau, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Robert Bosch Stiftung sowie die Stiftung Bürgermut.

Der Termin für den 2. Digital Social Summit 2020 wird voraussichtlich im Sommer bekannt gegeben.