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Fünf Fragen an "Diversity at WHU"

Ein Klima, das geprägt ist durch Offenheit, Vielfalt und Chancengleichheit, ist der WHU außerordentlich wichtig.

Vielfalt ist Positiv! Ein Klima, das geprägt ist durch Offenheit, Vielfalt und Chancengleichheit, ist der WHU außerordentlich wichtig. Teil dieses Mindsets ist die Studentische Initiative "Diversity at WHU". Fünf Fragen an den Vorsitzenden Jan Walsken:

1. Wie ist eure Initiative entstanden? Wer kann sich bei euch engagieren?

Gegründet haben wir uns 2015, einerseits aus unseren Erfahrung heraus, dass zum Beispiel im US-amerikanischen Ausland Diversity-Gruppen ein offener Treffpunkt für alle Studierenden waren und immer zum Austausch zwischen Leuten beigetragen haben, die sich im normalen Alltag sonst nicht unterhalten würden. Andererseits ging es uns auch von Anfang an darum, Themen mit LGBT- und Diversity-Bezug aktiv auf dem Campus zu unterstützen. Viele Studentinnen, aber auch viele LGBT-Studierende haben keinen unmittelbaren Ansprechpartner an der WHU, beziehungsweise sie können Schwierigkeiten haben, ihre Peer-Group zu finden.

Mit mittlerweile über 30 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern und großer Unterstützung aus der Fakultät, der Verwaltung und natürlich dem Alumni-Netzwerk haben wir somit ein Intermediär zum informellen Austausch geschaffen, wo man sich beispielsweise als Studentin mit anderen Frauen in Führungspositionen austauschen kann, oder wo man sich als LGBT-Student oder -Studentin mit Young Professionals austauschen kann, wie sie mit ihrer sexuellen Identität im Arbeitsalltag umgehen. 

2. Wie tragt ihr zum Thema Diversität an der WHU bei?

Wir können stolz sagen, dass wir starke Anstöße in Bezug auf das Thema Diversity an der WHU gegeben haben. Unser Ziel war es von Anfang an, sachliche und faktenbasierte Vorschläge zu erarbeiten, die Problematiken wie den geringen Anteil von Frauen oder Homophobie zu lösen. Wir wollen dazu beitragen, das Ziel der Universität, pluralistisch und weltoffen zu sein, noch besser zu erreichen. Dabei setzen wir hauptsächlich auf Präsenz, Interaktion und ursächliche Problemlösungen, und nicht auf formelle Regularien, wie beispielsweise Quoten oder Verbote. 

Zudem bieten wir viele informelle Events an, wie Get-Together in verschiedenen Städten, Kennenlernabende in Vallendar und nicht zuletzt natürlich den WHU Diversity Day, an dem wir gemeinsam mit Unternehmen Managementaspekte von Diversity aufzeigen. 

3. Was bedeutet „Inklusion von Diversität im Arbeitsleben“ für euch?

Inklusion suggeriert zunächst einmal, dass man niemanden ausschließt, sondern mit in eine Gemeinschaft aufnimmt. Aber wir sind überzeugt davon, dass dies ohne adäquate Differenzierung nur zu Assimilation führt, wenn nicht jeder Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet wird. Dazu gehören nun einmal auch Faktoren, wie zum Beispiel Geschlecht, sexuelle Identität und Ethnie. 

Oft hört man Aussagen wie: „Mir ist egal, ob jemand dunkelhäutig, schwul oder eine Frau ist, mich interessiert nur, dass ich gut mit der Person zusammenarbeiten kann.“ Genau das ist der falsche Ansatz, denn so blendet man einen kleinen Teil der Identität der Person aus, welcher zum Gesamtbild dazugehört. 

Der richtige Ansatz im Unternehmen wäre, eben genau darauf zu achten, dass beispielsweise eine dunkelhäutige Person eine Peer-Gruppe findet, in der sie Ansprechpartner hat, die bei rassistischen Erlebnissen mit Kunden oder Kollegen mit Empathie und den richtigen Mitteln reagieren können (fast die Hälfte aller dunkelhäutiger US-Amerikaner haben angegeben, im Arbeitsleben Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe erlebt zu haben). Man darf als Unternehmen keinen homosexuellen Mitarbeiter zu einem Kunden in ein Land schicken, in dem Homosexuelle die Todesstrafe zu befürchten haben (homosexuelle Partnerschaften sind noch immer in 72 Ländern weltweit kriminalisiert). Und natürlich nicht zuletzt das Thema, dass Frauen es noch immer schwerer als Männer haben, in Führungspositionen aufgenommen zu werden, was sich gut an der Anzahl von Frauen in deutschen DAX-Aufsichtsräten sehen lässt. 

Wie man sieht, sind dies alles Themen, die nicht jeden Menschen betreffen und darum nicht immer an oberster Stelle der Tagesordnung stehen, was sie aber nicht minder wichtig macht. Letztendlich ist es auch eine Frage der Unternehmensstrategie, ob man sich wirklich im Rennen um die Top-Mitarbeiter von Konkurrenten überholen lässt, weil man nicht auf die individuellen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingehen möchte. 

4. Wie wichtig sind Unternehmenskooperationen für euch?

Im Gegensatz zu vielen anderen Initiativen an der WHU sind wir nicht auf finanzielles Sponsoring angewiesen, sondern wollen Unternehmen eine Plattform bieten, ihre Lösungen für die vorhin genannten Problematiken zu präsentieren. Damit schaffen wir es, auch unter Beweis zu stellen, dass Diversity Management nicht nur ein soziales oder ethisches, sondern auch ein strategisches Thema ist.

Besonders wichtig sind somit für uns Kooperationen, in denen Unternehmen (wie unter anderem McKinsey, EY, Oliver Wyman oder Axel Springer) ihre Ansätze präsentieren, wie am WHU Diversity Day, der für jedes Mitglied der WHU-Community offensteht, aber auch zugeschnittene Angebote wie speziell für Frauen oder LGBTs kreieren, um den richtigen Rahmen für Fragen und Bedürfnisse zu schaffen. Wir unterstützen letztere Events explizit, da wir überzeugt sind, dass sie den richtigen Rahmen bieten, um sensible Themen ansprechen zu können, wie beispielsweise für Frauen die Frage, wie sie in männerdominierten Industrien besser zurechtkommen können, oder für LGBTs die Frage, ob sie offen über ihre Partnerschaft reden können, ohne Diskriminierung befürchten zu müssen. Dies sind Themen, die bei regulären Firmen-Events schlichtweg nicht jeden interessieren, oder bei denen die Hemmschwelle zu groß ist, um über Privates zu reden. 

5. Was erwartet die Teilnehmer bei eurem dritten Diversity Day am 23. November?

Um es direkt vorweg zu sagen: Der WHU Diversity Day richtet sich an alle Mitglieder der WHU-Community (von Studierenden über Doktoranden bis Mitarbeitern der Verwaltung und der Fakultät) und dreht sich explizit um unternehmensstrategische Ansätze von Diversity – also ein Thema für jeden, der mit Management zu tun hat.

Wer es schafft sich rechtzeitig anzumelden (FCFS, kein CV-Screening, keine Teilnahmegebühr), kommt in Genuss von Workshops mit Oliver Wyman, EY, Viessmann und Axel Springer, einer Podiumsdiskussion unter anderem mit Gregory Kochersperger (Senior Partner bei Oliver Wyman), und einer anschließenden Weinprobe. 

Die Veranstaltung beginnt um 15:30 Uhr am 23. November. Anschließend hat man nicht nur etwas über Diversity gelernt, sondern wahrscheinlich auch neue Leute der WHU kennengelernt, mit denen man normalerweise nicht in Workshops zusammenarbeiten würde.