Bachelor Alumni stories

Fünf Fragen an Geld-für-Flug.de

WHU-Alumnus Phillip Eischet spricht im Interview über sein Start-up Geld-für-Flug.de

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Geld-für-Flug.de wurde von WHU-Alumnus Phillip Eischet sowie Torben Antretter und Benedikt Quarch gegründet und ist Deutschlands bekanntestes Flugstornierungsportal. Das Portal hat den undurchsichtigen Stornobedingungen vieler Fluggesellschaften den Kampf angesagt und storniert Flugtickets aller Airlines und aller Tarife. Seinen Kunden zahlt das Unternehmen innerhalb von 24 Stunden eine Rückerstattung im Rahmen eines algorithmusbasierten Factoring-Modells aus. Damit unterscheidet sich das Geschäftsmodell von vielen anderen LegalTech-Firmen im Fluggastrechtsbereich, die sich mit Entschädigungen für Verspätungen oder bei Flugausfällen beschäftigen. Das Düsseldorfer Start-up ist aktuell durch bekannte Investoren wie Carsten Maschmeyer mit über 25 Millionen Euro finanziert.

Wie kamst Du auf die Idee, Geld-für-Flug.de zu gründen?

Ich selbst bin während meiner Studienzeit extrem viel gereist und stand auch immer wieder vor dem Problem einen Flug nicht antreten zu können. Also habe ich auf eigene Faust versucht eine Rückzahlung zu erwirken und bin dabei nicht enden wollenden Hotline-Warteschleifen, automatischem E-Mail-Ping-Pong und häufig auch einfach vollkommener Reaktionslosigkeit seitens der Fluggesellschaft begegnet. Statt einer Rückzahlung bekam ich bei einer Stornierung sogar einmal eine zusätzliche Rechnung über 3,28 Euro, welche man mir aus Kulanz aber erlassen wollte. Danach war die Idee für Geld-für-Flug.de als einem digitalen Rundum-Service für Flugstornierungen geboren. Bei uns braucht es nicht unzählige E-Mails oder gar einen Anwalt. Wir verhelfen unseren Kunden auf Knopfdruck zu ihrem Recht.

Wie hat Dein Studium an der WHU zu Deinem Gründungserfolg beigetragen?

Mein Studium an der WHU war eine tolle Zeit mit Freunden fürs Leben, auf die ich jederzeit sehr gerne zurückblicke. Darüber hinaus hat die WHU mich durch ihre hohe Praxisorientierung und herausragende Vernetzung in die Start-Up-Szene auch sehr gut auf meine eigene unternehmerische Tätigkeit vorbereitet. Dies kommt mir bis heute tagtäglich zu gute. Wir nutzen das WHU-Netzwerk auch heute noch sehr regelmäßig und recruiten darüber hinaus auch sehr gerne WHU-Absolventen. Und wann immer ich es schaffe, schaue ich natürlich auch in Vallendar vorbei.
 

"Die WHU hat mich sehr gut auf meine eigene unternehmerische Tätigkeit vorbereitet"
 

Worauf kommt es an, wenn man ein Gründungsteam zusammenstellt? Wieso stellt ihr heute gerade WHU-Absolventen ein?

Als Gründer verbringt man extrem viel Zeit miteinander, sodass es sehr wichtig ist, dass man sich persönlich gut versteht und auch mal gemeinsam lachen kann. Darüber hinaus ist es meiner Meinung nach entscheidend, dass die Gründer sich inhaltlich sinnvoll ergänzen und gleichzeitig eine gemeinsame Vision teilen, auf die sie tagtäglich hinarbeiten. Wir stellen sehr regelmäßig WHU’ler ein, weil sie nicht nur eine sehr gute akademische Ausbildung mitbringen, sondern durch ihre hohe Praxisorientierung und „Hands-on“-Mentalität überzeugen und ab Tag 1 voll einsatzfähig sind.

Wo steht Ihr gerade?

Wir haben Anfang dieses Jahres eine Finanzierung von über 25 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Diese Finanzierung stärkt unser operatives Geschäft und erlaubt uns auch weiterhin stark zu wachsen. Hierbei arbeiten wir neben einer Expansion in neue Märkte auch an neuen Verticals, also neuen Rechtsbereichen, auf welche wir unseren Algorithmus und das Factoring-Modell übertragen können. So viel kann ich also schon verraten: Es bleibt spannend und es geht mit Vollgas weiter!
 

 „Unternehmer sein heißt, dass man etwas unternehmen muss!“
 

Hast Du Tipps für zukünftige oder brandneue Gründer?

Da gebe ich gerne die Weisheit eines früheren Mentors weiter: „Unternehmer sein heißt, dass man etwas unternehmen muss!“ Es geht meiner Ansicht nach darum, bei einer guten Idee einfach Schritt für Schritt mit der Umsetzung zu beginnen, auch wenn man noch nicht genau weiß, was letztlich dabei herauskommt. Dann kommt es darauf an, dass man die sich bietenden Chancen ergreift und seine ursprüngliche Idee so adaptiert, dass daraus ein erfolgreiches Unternehmen entstehen kann.