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Ohne Diversität gibt es keine Digitalisierung

Tijen Onaran ist Networkerin, Unternehmerin und Gründerin von Global Digital Women (GDW), ein Unternehmen zur Stärkung von Frauen und für mehr Diversität und Digitalisierung. Im Interview erzählt Tijen, was sie antreibt und wie sie eine diversere Arbeitswelt gestalten will.

1. Tijen, du hast Politikwissenschaft studiert und warst auch einige Jahre in der Politik tätig, jetzt trittst du als Beraterin und Expertin auf Konferenzen zu Themen wie Diversity, Social Media und Employer Branding auf. In welchem Moment und warum hast du dich für diesen beruflichen Wandel entschieden?
Aus der Rückblende kann ich sagen: innerlich selbstständig war ich schon immer. Lange war mir einfach nicht bewusst, dass ich tatsächlich mit den Ideen, die ich damals schon hatte auch meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Daher ist die Entstehung von Global Digital Women auch eine, die organisch und sehr natürlich ist. Angefangen haben wir mit einem Stammtisch, den ich damals neben meinem Angestellten Job organisiert habe und mit der Zeit wuchs die Community und ich beobachtete, dass die Themen rund um Diversity und Inclusion entscheidend für die Unternehmen und diejenigen, die Teil meines Stammtisches waren, sind. Im Grund ist das was ich heute mache auch eine Form der Politik – denn Diversitätsthemen sind immer auch politische Themen.

 

2. Netzwerken ist ein wichtiger Teil deines Alltags. Was muss man mitbringen, um im Netzwerken erfolgreich zu sein?
Tatsächlich gibt es unterschiedliche Typen von Netzwerker*innen. In meiner Netzwerkbibel gehe ich weiter drauf ein. Aber allgemein sollte man sich erst überlegen was man von einem Netzwerk erwartet. Bin ich auf der Suche nach Bekanntschaften, Vorbildern oder möchte ich meine Personal Brand nach außen tragen? Sind diese Fragen geklärt, kann das Netzwerken mit einer Agenda losgehen. Dabei gilt die Devise – Qualität vor Quantität!

 

3. Dein Motto ist „Making the world more digital and female.“ Wo siehst du die größten Herausforderungen für eine digitale und weiblichere Arbeitswelt und wie schaffst du es, die Welt in diesem Sinne zu verändern?
Ohne Diversität gibt es keine Digitalisierung! Für die Wettbewerbsfähigkeit mit innovativen Ideen der Zukunft, kann die Arbeitswelt nicht auf gemischte Teams verzichten. Denn aus der Wirtschaftsbrille betrachtet, muss ein Unternehmen schließlich auf eine vielfältige Arbeitnehmer*innenschaft reagieren. Wie kann das besser erfolgen, als Vielfalt im Unternehmen auszuleben? Mit Global Digital Women haben wir im November 2019 in Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Flensburg eine Studie veröffentlicht, die eben diese Erkenntnis mit Daten stützt. Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass Diversität auf die digitale Kompetenz abstrahlt und Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen wettbewerbsfähiger sind. Außerdem lautet unser neues Motto: „Making the world more digital and diverse“. Ganz einfach aus dem Grund, weil Geschlechtervielfalt als Katalysator für andere Aspekte von Diversität dienen kann.

 

4. Bei den Global Digital Women Events arbeitet ihr in enger Kooperation mit „Ambassadors“, also Botschafterinnen und Botschaftern zusammen, die für eure Themen einstehen. Nach welchen Kriterien wählt ihr eure GDW-Embassadors?
Im Grunde ist für mich jede Frau, die auf unsere Veranstaltungen kommt und die Idee von GDW weiterträgt, eine Botschafterin. Denn all diese Frauen zeigen: gemeinsam ist man immer stärker als alleine. Es ist großartig, was für eine Bewegung in den letzten Jahren mit und rund um GDW entstanden ist, das zu sehen und täglich an Diversität und Inklusion zu arbeiten ist mein täglicher Motor!

 

5. Du hast den Digital Female Leader Award ins Leben gerufen. Was steht hinter dieser Auszeichnung und was ist dein Tipp an junge Menschen, die Interesse an den Themen Diversität und Frauen in der Digitalbranche haben?
Jede Frau da draußen ist Vorbild für eine andere! Und genau da setzt unser Digital Female Leader Award an, ganz nach dem Motto: if you can see it, you can be it! In ganz unterschiedlichen Kategorien haben Frauen die Möglichkeit, sich selbst zu bewerben oder eine andere Frau zu nominieren, die Digitalisierung prägt. Die Hebelwirkung dieses Awards ist enorm: es ist schön zu beobachten, welche Karriereläufe durch die enorme Sichtbarkeit einer Nominierung möglich sind. Ob die Wertschätzung durch Kolleg*innen, die stolz sind eine Kollegin zu haben, die nominiert ist, oder Teilnahmen an Panels und die Etablierung als Expertin: all das setzt der Award in Gang!

Tijen Onaran war am 29. Oktober 2019 zu Gast an der WHU und hielt einen Vortrag zu den Themen Social Entrepreneurship und Diversität im Rahmen von Prof. Dr. Nadine Kammerlanders Bachelor-Vorlesung.