Bachelor-Programm

Semesterabschluss trotz COVID-19 in trockenen Tüchern

Die aktuelle Prüfungsphase konnte mit nur wenigen Einschränkungen auch online stattfinden

Schaut man sich die Bilanz der diesjährigen Prüfungsphase an der WHU – Otto Beisheim School of Management im Bachelor in Internationaler BWL/Management und in den Master of Science Programmen an, könnten Außenstehende den Eindruck gewinnen, mit Online-Prüfungen hätte die Hochschule schon länger Erfahrungen sammeln können. Dem war jedoch mitnichten so. Nicht nur der Lehrbetrieb musste bedingt durch das Corona-Virus mitten im Semester kurzfristig vom Präsenzunterricht nach Hause verlegt werden, auch die Prüfungen der Bachelor- und Masterprogramme am Semesterende mussten in den eigenen vier Wänden stattfinden. Gerade für benotete Leistungsnachweise brachte dies besondere Anforderungen mit sich: Die Online-Prüfungen sollten wie die Präsenzprüfungen der Vorjahre vergleichbar und fair ablaufen, Betrug musste per Software ausgeschlossen werden können. Darüber hinaus musste berücksichtigt werden, dass viele der Studierenden in unterschiedlichen Zeitzonen leben.

Trotz der verhältnismäßig kurzen Vorbereitungszeit für eine derart weitreichende technische Umstellung zieht das Prüfungsamt der WHU mit ein paar kleineren Ausnahmen eine positive Bilanz. „Unser Center of Digitalization hat bereits seit Jahren Vorarbeit geleistet. Das hat sich jetzt bezahlt gemacht. Dank seiner Unterstützung und jener der IT-Abteilung konnten wir die Prüfungen in kurzer Zeit auf ein digitales Format umstellen, und die Studierenden konnten fast alle ihre Prüfungen im geplanten Zeitrahmen ablegen“, erklärt Lea Rimmer, Koordinatorin der Bachelor- und Masterprogramme. „Digitalisierung ist ein komplexer und stufenweiser Prozess, aber in den vergangenen Wochen haben wir definitiv eine neue Etappe erreicht. Nun gilt es die Erfahrungen, die wir gemacht haben, auszuwerten und das Online-Verfahren weiter auszubauen und zu optimieren“. Über die geglückte Feuertaufe freut sich auch Irmgard Puth vom Prüfungsamt: „Führt man sich die Vorlaufzeit von nur wenigen Wochen und die Komplexität vor Augen, so ist es erstaunlich, wie gut die Prüfungsphase insgesamt verlaufen ist.“

Statt der eigentlich vorgesehenen Prüfungen am Campus mussten Alternativen für Leistungsnachweise und Präsenzklausuren gefunden werden: Aufgaben die gleichzeitig (z. B. Videopräsentationen oder mündliche Prüfungen) oder zeitversetzt (z. B. Fallstudien oder Essays) erfüllt werden mussten, Hausarbeiten mit Zeitlimit, die nicht überwacht wurden sowie Examen zu Hause, die per Software überwacht wurden. Zum Einsatz kam dabei das Lernmanagement-System „proctorio“. Dieses erlaubt während der Prüfungen eine automatische Beaufsichtigung der Prüflinge und eine Identitätsprüfung des Studierenden. Zudem mussten die Studierenden während der Prüfungen Kamera und Mikrofon am Laptop eingeschaltet lassen und vor der Klausur per Webcam den Raum zeigen, um Hilfe auszuschließen.

Beinahe alle Prüfungsleistungen konnten pünktlich erbracht werden. „Für die erste reine Online-Klausurenphase hat es erstaunlich gut funktioniert. Das lag an der sehr guten Unterstützung durch unsere IT, die Programmleitung der Bachelor- und Masterprogramme und das Videoteam“, erläutert Stefanie Berrang vom Prüfungsamt. Kleinere technische Zwischenfälle ließen sich nicht vermeiden, stellten aber keine unlösbaren Probleme dar. Nur zwei Prüfungstermine konnten nicht wie ursprünglich geplant stattfinden, weil sie in der ersten Woche der Corona-Schließungen am Campus Vallendar hätten abgelegt werden sollen. Dafür wurde schnell eine gute Lösung gefunden.

Eine besondere Herausforderung entstand dadurch, dass ausländische Studierende durch das aufkommende Corona-Virus oftmals abrupt in ihre Herkunftsländer zurückreisen, aber trotzdem die Prüfungen ablegen mussten – manchmal sogar in Quarantäne. „Tausend Details waren zu bedenken“, beschreibt Irmgard Puth die Situation. „So mussten wir beispielsweise eine Uhrzeit finden, um Studierenden von Australien bis Kalifornien die Teilnahme an ihren jeweiligen Prüfungen gleichzeitig und zu möglichst annehmbaren lokalen Tageszeiten zu ermöglichen.“

Die Studierenden, die bei der Umstellung der Formate stets im Zentrum aller Überlegungen standen, zeigten sich zufrieden mit der relativ spontanen Umstellung der Prüfungsphase. „Es gab zwar das ein oder andere Problem, das konnte aber immer schnell gelöst werden“, bestätigt Stefanie Berrang. „Die Studierenden waren sich einig, dass die WHU in Sachen Digitalisierung einen großen Vorsprung gegenüber anderen Hochschulen und Universitäten in Deutschland hat.“

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