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WHU optimiert Wertschöpfungsketten mit KI-Forschung

„Mit dem Projekt SPAICER vermitteln wir Unternehmen, wie sie proaktiv auf unerwartete Krisen reagieren können.“

Das mit mehr als zehn Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt SPAICER startet in die erste Phase. Die WHU – Otto Beisheim School of Management stärkt das Projekt zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie und spannt den Bogen zur Wirtschaft.

Das Projekt SPAICER steht für „skalierbare adaptive Produktionssysteme durch KI-basierte Resilienzoptimierung“, ist im April 2020 gestartet und untersucht, wie Unternehmen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz besser auf Störungen in Produktions- und Lieferketten reagieren können. Denn für ein Mittelstandsunternehmen können Störungen, wie zum Beispiel ein Lieferausfall durch den Zulieferer oder ein Produktionsstillstand, Kosten von bis zu 500.000 Euro pro Stunde verursachen. Ziel des Projekts ist es, eine Plattform zu entwickeln, die mit Technologien, die auf künstlicher Intelligenz basieren, solche Fehlerquellen ankündigt und das Supply Chain Management anpasst und optimiert. Das Konzept konnte sich bereits im Innovationswettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beweisen und wird mit mehr als zehn Millionen Euro bis März 2023 gefördert.

„Nicht nur in Krisenzeiten von Corona erhält das Projekt einen enormen Aktualitätsbezug. Die Forschung um KI-Technologie und Industrie 4.0 war bereits vor Corona ein wichtiges Thema unserer Arbeit am Lehrstuhl,“ versichert Prof. Dr. Stefan Spinler, Professor und Lehrstuhlinhaber des Stiftungslehrstuhls für Logistikmanagement der Kühne-Stiftung an der WHU. „Mit dem Projekt SPAICER wollen wir Unternehmen vermitteln, wie sie proaktiv durch cleveres Resilienz-Management auf unerwartete Störungen und Krisen reagieren können.“ Als Resilienz bezeichnet Spinler die Fähigkeit, bei externen und internen Rückschlägen einen Totalausfall zu vermeiden und beispielsweise in der Wertschöpfungskette wesentliche Systemabläufe instand zu halten.

Die WHU bringt Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit im Bereich Supply Chain Management ein. Darin analysiert sie die gesamte Prozesskette, vom Rohstoff bis zum Endprodukt, und damit auch die jeweiligen Akteure wie Lieferanten, Produktionsunternehmen, Logistikdienstleistern und Endkunden. Die Hochschule nutzt dabei ihre Nähe zu Unternehmen und die Ausrichtung ihrer Forschung auf die Praxis, die bereits eine lange Tradition haben. Ziel ist es, stets den Bogen von den wissenschaftlichen Fakten zu realen Anwendungen zu spannen.

Der Beitrag des Projekts besteht darin, die deutsche Wirtschaft für den internationalen Wettbewerb zu stärken und mit Hilfe von KI-Technologie konkurrenzfähig zu machen. Neben der WHU beteiligen sich als wissenschaftliche Partner das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) an der RWTH Aachen, die Universität des Saarlandes, die Universität Freiburg, die Technische Universität Darmstadt, und das Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der RWTH Aachen. Zu den Partnern aus der Praxis zählen deZem, Feintool, SAP, SCHOTT, SCHAEFFLER, SEITEC, SENSEERING und Waelzholz, sowie über 40 weitere Partner.

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