Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen BWL und VWL

Welches Studium passt besser zu mir – Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre?

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) sowie die Volkswirtschaftslehre (VWL) gehören beide gleichermaßen zu den Wirtschaftswissenschaften. Im Studium beider Fächer geht es um wirtschaftliche Abläufe und Methoden. Wie genau sie miteinander verknüpft sind und welche Unterschiede sie aufweisen, erläutern wir dir in folgendem Beitrag.

Was sind Wirtschaftswissenschaften?

Neben dem BWL Studium und dem VWL Studium gibt es das Studium der Wirtschaftswissenschaften. Dieses vereint beide Teilbereiche und bildet somit das übergeordnete Studienfach der allgemeinen Lehre der Wirtschaft. Innerhalb des Studiengangs Wirtschaftswissenschaften werden zunächst allumfassende Grundlagen vermittelt. Im zweiten Schritt kannst du eigene Schwerpunkte setzen und für dich interessante Bereiche vertiefen.

Außerdem gibt es mehrere interdisziplinäre Studiengänge, die im weiteren Sinne ebenfalls zu den Wirtschaftswissenschaften zählen: die Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftssoziologie, Wirtschaftsethik und das Wirtschaftsingenieurwesen.

Was ist Betriebswirtschaftslehre?

BWL ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften und beschäftigt sich mit dem Wirtschaften in Unternehmen. Dabei planen, unterstützen und analysieren Betriebswirte interne Prozesse wie den Einkauf von Produkten, die Logistik, das Marketing sowie das Controlling, um für die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu sorgen. Dabei wird davon ausgegangen, dass jedes Gut grundsätzlich knapp ist und einen ökonomischen Umgang erfordert. 

Die Betriebswirtschaftslehre lässt sich in zwei Hauptgebiete unterteilen. Zum einen in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre und zum anderen in die spezielle Betriebswirtschaftslehre. Die allgemeine BWL ist funktions- und branchenübergreifend ausgerichtet. Sie beschäftigt sich mit Planung, Organisation und rechentechnischen Entscheidungen in Betrieben. Die spezielle BWL betrachtet hingegen nur bestimmte Branchen und Unternehmensbereiche wie das Marketing, Personalwesen oder die Finanzen.

Was ist Volkswirtschaftslehre?

In der VWL, dem zweiten Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, werden nicht einzelne Unternehmen betrachtet, sondern ganze Wirtschaftsräume, wie zum Beispiel die Europäische Union. Bei der Betrachtung der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge werden Gesetzmäßigkeiten bei der Produktion und der Verteilung von Gütern unter ökonomischen Bedingungen untersucht.

Die Volkswirtschaftslehre basiert hauptsächlich auf Statistiken und erarbeitet Vorschläge zu wirtschaftlichen Belangen. Sie ist sehr wichtig für politische Entscheidungen, da sie sich mit Themen wie dem Bruttosozialprodukt, der Inflation, Steuern und Abgaben beschäftigt.

Das VWL-Studium besteht unter anderem aus Inhalten zu der Geldtheorie und Umweltpolitik. Die Bereiche Mikro- und Makroökonomie, Finanzwirtschaft und Ökonometrie sind fester Bestandteil in der Auseinandersetzung mit den Beziehungen zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsobjekten.

BWL und VWL: Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf einen Blick

Wir halten noch einmal den grundlegenden Unterschied fest, dass sich die Betriebswirtschaftslehre mit unternehmensbezogenen Inhalten auseinandersetzt und sich die Volkswirtschaftslehre mit „dem großen Ganzen“ beschäftigt, da sie einen gesamten Wirtschaftsablauf und die dazugehörigen Gesetzmäßigkeiten in einer Gesellschaft untersucht. Die Betrachtungsweisen sowie Zielsetzungen sind also komplett verschieden. Ein Sachverhalt, der aus beiden Perspektiven betrachtet wird, kann demnach völlig unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen.

Trotzdem überschneiden sich die beiden Teilgebiete der Wirtschaftswissenschaften thematisch. So beschäftigt sich zum Beispiel die auch die VWL mit dem Verhalten von Haushalten und Betrieben. Hierbei decken sich Fragestellungen aus beiden Bereichen. Im volkswirtschaftlichen Studium spielen zugleich betriebswirtschaftliche Inhalte eine Rolle und umgekehrt.

Welches Studium ist das richtige für mich?

Generell kannst du weder mit einem BWL-Studium noch mit einem VWL-Studium etwas „falsch“ machen. Beide Studiengänge setzen sich mit der Wirtschaft auseinander und bereiten dich auf eine Zukunft im Management vor.

Nun musst du für dich selbst entscheiden, ob du eher an innerbetrieblichen wirtschaftlichen Vorgängen interessiert bist und dich mit Themen wie dem Rechnungswesen, Marketing und Einkauf beschäftigen möchtest oder ob dich gesamtwirtschaftliche Vorgänge mehr interessieren. Hier geht es um Themen wie die Weltwirtschaft, den Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung und die Preisstabilität.

Möchtest du Elemente der VWL und BWL im Studium kombinieren, ist beispielsweise der Bachelor in Internationaler BWL/Management an der WHU auch eine Option für dich. Dort lernst du alle Bereiche der Wirtschaftswissenschaften und des Managements kennen, bevor du aus einer Vielzahl an Vertiefungsmodulen deinen Schwerpunkt wählst. Ob Brand Management, Entrepreneurship oder Family Business, dir stehen alle Türen offen.

Deine Karriereaussichten mit einem Wirtschaftsstudium

Die Berufschancen nach einem BWL-Studium sowie nach einem VWL-Studium sind gleichermaßen gut. Auch zukünftig werden Betriebs- und Volkswirte stets gebraucht - beide Studiengänge versprechen eine sichere Zukunft.

Mit einem Abschluss als Betriebswirt kannst du als fester Mitarbeiter in einem Unternehmen beispielsweise als Controller, Marketingmanager oder Personaler arbeiten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich als Unternehmensberater selbstständig zu machen und Betriebe im Rahmen der Optimierung bei Entscheidungsprozessen zu unterstützen.

Als gelernter Volkswirt kannst du ebenfalls in Unternehmen oder als Berater tätig sein, hast aber überdies die Möglichkeit, in den öffentlichen Bereich (Verwaltung) zu gehen. Weitere mögliche Arbeitsfelder sind das Finanz- und Steuerwesen, Wirtschaftsverbände, Marktforschung oder aber auch die Medienwelt.

Praktika während des Studiums sind überaus wichtig, um Berufserfahrung zu sammeln. Auch das bietet dir die WHU im praxisnahen Bachelorstudium der Internationalen BWL/Management (Abschluss: Bachelor of Science). Es sind zwei Praktika vorgesehen, eins davon im nicht deutschsprachigen Ausland. So lernst du den Berufsalltag und seine Herausforderungen bereits frühzeitig kennen, sodass du optimal auf den Berufseinstieg nach dem Studium vorbereitet bist.

Oder du entscheidest dich für ein duales Studium, das Theorie und Praxis vereint und deine Jobchancen auf den Berufseinstieg direkt nach dem Studium erhöht. Hierzu kannst du unseren Beitrag BWL dual studieren lesen.

Strebst du eine Position im mittleren bis oberen Management an, solltest du im Bestfall ein Masterstudium an dein abgeschlossenes Bachelorstudium hängen, um den hohen Anforderungen der freien Wirtschaft gerecht werden und dich im Wettstreit mit Konkurrenten durchsetzen zu können. Wirf doch mal einen Blick auf die angebotenen Studiengänge der WHU, um herauszufinden, was zu dir passt. Unsere Programme vereinen nicht nur die verschiedensten Elemente der Wirtschaftswissenschaften, sondern auch perfekt Theorie und Praxis.