Die Aufnahme zum MBA-Studium –

was ist GRE?

Zugangsvoraussetzungen des MBA-Programms an der WHU

Der Master of Business Administration: 130 verschiedene Fachhochschulen, Universitäten und Akademien bieten deutschlandweit 256 verschiedene MBA-Programme an. Viele Studieninteressierte fragen sich, was die einzelnen Studiengänge und Programme unterscheidet. Denn für was sollen sie sich entscheiden? Schließlich ist auch die Wahl der Hochschule von wesentlicher Bedeutung. Neben den Kosten und den angebotenen Formaten sind vor allem auch die Zugangsvoraussetzungen der Hochschulen zu den MBA-Programmen entscheidend. Die meisten MBA-Anbieter setzen wahlweise auf Motivationsschreiben, Berufserfahrung, persönliches Gespräch oder manchmal auch Einschreibungstests als Auswahlkriterium. Fast immer sind aber GMAT und TOEFL oder alternativ GRE und IELTS als Zugangsvoraussetzungen mit dabei. Auch an der WHU. Was hat es mit diesen Akronymen auf sich?

GRE – Graduate Record Examination

Jetzt wird es kniffelig! Lassen Sie sich nicht verwirren, wenn es um die Unterscheidung vonGER (Institution für Sprachen) undGRE (Testverfahren analog zum GMAT) geht.

Allgemeine Fakten zur GRE

Da einige Hochschulen inzwischen den GMAT als Zulassungstest aufgrund der hohen Kosten dieses Testverfahrens ablehnen, setzt sich zunehmend auch wieder die GRE als Zulassungskriterium durch. An sich ist die GRE älter als der GMAT. Auch an der WHU kann man sich für das MBA-Programm mit dem GRE- statt dem GMAT-Ergebnis bewerben. Die GRE richtet sich jedoch vorrangig an Studieninteressierte für einen Master- oder Promotionsstudiengang. Da der GMAT klar auf wirtschaftliche Inhalte und die MBA-Programme im Besonderen ausgerichtet ist, verhilft ihnen der GMAT durchaus zu besseren Aufnahmechancen an manchen Business Schools.

Ursprünglich kommt auch dieser Test aus den USA. Dort wurde er von dem Unternehmen ETS als Zulassungs- und Sprachtest konzipiert und setzte sich schnell als Standardtest für die Aufnahme für weiterführende Studiengänge durch. Um die GRE zu absolvieren, müssen Sie sich zu einem Termin in einem der Testzentren, zum Beispiel in Hamburg, Berlin oder München, anmelden. Die Termine sowie die Testzentren finden Sie auf der Website des GRE.

Die GRE ist mit aktuell 195 US-Dollar ein wenig günstiger als der GMAT. Für die computergestützte Version können Sie nur mit der Kreditkarte bezahlen. Um die GRE herum hat sich bisher noch nicht ein derartiges Geschäft wie um den GMAT entwickelt. Dementsprechend ist die Übungs- und Vorbereitungsliteratur vergleichsweise günstig. ETS bietet selbst unterschiedliche Lernhilfen an, manche davon kostenfrei. Auch finden sich auf YouTube einige Vorbereitungsvideos.

Was wird getestet?

In der GRE erwarten Sie drei Bereiche: das wissenschaftliche Schreiben (Analytical Writing), das sprachlogische Denken (Verbal Reasoning) und das mathematische Denken (Quantitative Reasoning). Zusätzlich zu diesen allgemeinen Bereichen kann noch eine fachspezifische Prüfung (Subject Test) dazugewählt werden: Die fachspezifischen Tests beziehen sich auf die Fächer Mathematik, englische Literatur, Physik, Psychologie, Chemie, Biochemie, Biologie und Zell- und Molekularbiologie.

Wissenschaftliches Schreiben:

In zweimal 30 Minuten müssen jeweils Texte verfasst werden: zum einen eine Argumentation zu einer bestimmten Problem- oder Fragestellung, zum anderen eine Analyse einer vorgefertigten Analyse (also nicht Ihrer eigenen). Die Themen sind dabei allgemein gehalten und die Bewerber können ganz unterschiedliche Positionen dazu einnehmen.

Sprachlogisches Denken:

Hier müssen ebenfalls innerhalb von 30 Minuten bzw. 35 Minuten (Papierversion) zwei Abschnitte mit je 20 bzw. 25 (Papierversion) Multiple-Choice-Fragen gelöst werden. In jedem Abschnitt treffen Sie auf drei unterschiedliche Fragetypen:

  • Verständnis von Textpassagen,
  • Textvervollständigungen,
  • Zusammenhänge zwischen zwei Aussagen.

Mathematisches Denken:                    

Auch im dritten Teil der GRE begegnen Ihnen zwei Abschnitte mit Multiple-Choice-Fragen. Die Zeit zur Beantwortung beträgt hier pro Abschnitt 35 bzw. 40 Minuten (Papierversion). Die Papierversion enthält hier fünf Fragen mehr als die computergestützte Version. Thematisch umfassen die Fragen Bereiche der Algebra, der Arithmetik, der Geometrie und der Datenanalyse.

Wie wird getestet?

Bei der GRE existieren zwei verschiedene Formate: die Papierversion und die computergestützte Version. Letzteres Format ist ein wenig umfangreicher, dafür aber auch ein wenig abwechslungsreicher. Für die Papierversion stehen 3,5 Stunden Testzeit zur Verfügung, während das computergestützte Verfahren in drei Stunden und 45 Minuten absolviert werden muss. Wie oben erläutert, ist der Test in drei Teile zu je zwei Abschnitten gegliedert. Für den ersten Teil erhalten Sie eine Bewertung zwischen null und sechs Punkten. Für die anderen beiden Teile werden jeweils 130 bis 170 Punkte vergeben. Dabei steht jeder der drei Teile für sich. Es geht zwar nicht darum, eine bestimmte Mindestpunktzahl zu erreichen, um den Test zu bestehen. Jedoch muss ein potenzieller Bewerber an vielen Hochschulen eine möglichst gute Punktzahl vorweisen. Manche Universitäten und Business Schools schreiben analog zum GMAT als Zulassungsvoraussetzung eine bestimmte Punktzahl vor, die ein Bewerber erreicht haben muss.

Wie gut muss das Testergebnis für eine Bewerbung sein?

Für eine Bewerbung an der WHU sollte Ihr Ergebnis beim sprachlogischen und mathematischen Denken bei ca. 160 Punkten oder mehr liegen und der Teil zum wissenschaftlichen Schreiben mindestens 5 Punkte ergeben haben. Die GRE ist zwar ebenfalls adaptiv – das heißt, sie reagiert auf falsche Antworten mit einem Vereinfachen der Frage- und Problemstellungen –, allerdings nicht so sensibel wie der GMAT. Bei der GRE müssen schon mehrere Fragen falsch beantwortet worden sein, bevor das Testprogramm des Niveau herunterfährt. 

Als Vorbereitungszeit wird meistens ein Zeitraum zwischen zwei und vier Wochen empfohlen. Das ist leider ziemlich ungenau, da es nicht den tatsächlichen und genauen Arbeitsaufwand beschreibt.

Kritik an der GRE

Das größte Problem dieses standardisierten Testverfahrens liegt in seiner mangelnden Praxisorientierung. Es wird hauptsächlich theoretisches Grundlagenwissen abgefragt. Das kann vor allem im Teil des sprachlogischen Denkens frustrierend sein, da hier Begriffe und Vokabeln vorkommen, die der Bewerber niemals zuvor und niemals danach wieder benutzt. Dieser Theorieüberhang setzt sich in den anderen beiden Teilen der GRE fort. Nicht zuletzt ist der GMAT als eine Reaktion der Business Schools auf den unzureichenden Praxisbezug der GRE entstanden. Der GMAT ist also deutlich wirtschafts- und analysenbezogener, während die GRE mehr Allgemeinbildung abfragt.

Einige Institutionen und Hochschulen haben sich von der GRE abgewandt, da sie ihrer Meinung nach nicht die Intelligenz oder die Fähigkeiten eines potenziellen Studenten testet, sondern nur die Fertigkeit einer Person, standardisierte Tests zu lösen.

Auch erwähnenswert ist, dass seit einigen Jahren das Geschäft um die Vorbereitung auf den GRE-Test genauso wächst wie beim GMAT. Dementsprechend steigen auch die Preise für Vorbereitungskurse und GRE-Trainings. So kann auch ein intensiver GRE-Vorbereitungskurs von einer Woche knapp 1.200 Euro kosten. Insofern steht er genauso in der Kritik wie der GMAT.

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