MBA-Abschluss – der Weg zum Ziel

Unterrichtsmethoden und Prüfungsleistungen

MBA-Studium – kein einfacher Frontalunterricht

In allen MBA-Programmen werden verschiedene Unterrichtsmethoden angewandt. Wie auch an der WHU gibt es einen festgelegten theoretischen Teil (hier: Kernmodule), der in den ersten Monaten meist in einem gewöhnlichen Frontalunterricht abgehandelt wird. Wenn die Grundlagen vermittelt wurden, können diese mithilfe praktischer Herangehensweisen vertieft werden. Bei MBA-Studiengängen ist es üblich, dass hierbei Projekte, einfachere Gruppenarbeiten und Fallstudien durchgeführt werden. So bekommen die Studierenden die Chance, sich nicht nur in fachlichen Themen weiterzubilden, sondern auch ihre Soft Skills zu üben. Die Arbeit im Team, ein gewisses Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit zur sicheren Präsentation sind im Hinblick auf die zukünftige Managementposition von essenzieller Bedeutung.

Der Projektunterricht – phasenweises Vorgehen

In der Projektarbeit wird sehr ausführlich, genau und phasenweise gearbeitet. Allgemein lassen sich vier Phasen innerhalb eines Projekts voneinander unterscheiden. Zuerst erfolgt die Projektdefinition, in der das Ziel festgelegt und eine Chancen-und-Risiken-Analyse durchgeführt wird. Außerdem werden Rahmenbedingungen wie Zeit, Kosten und Aufwand eingeschätzt. Anschließend geht es in die Projektplanung, in der alle relevanten Inhalte bestimmt, Aufgaben verteilt und Abläufe strukturiert und organisiert werden. Zusätzlich sollten Meilensteine festgelegt werden, anhand derer eine Überprüfung der zuvor festgelegten Ziele im späteren Verlauf möglich ist. Dann erfolgt die Durchführung selbst, in der stets der Status quo des Projektes kontrolliert wird. Gegebenenfalls können hierbei Änderungen oder Maßnahmen zur Erreichung der Meilensteine eingebaut werden. Abschließend werden die Ergebnisse der Teamleistung zusammengefasst und präsentiert.

Die Gruppenarbeit – das kleine Projekt

Im Gegensatz zu einem Projekt, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, ist die Gruppenarbeit ein kurzfristiger Lösungsansatz für die Bearbeitung einer Aufgabenstellung. Die Aufgabe ist demnach weniger komplex und erfordert somit keine langfristige Planung. Trotzdem steht bei der Gruppenarbeit auch die Kommunikation und Kooperation unter den Gruppenmitgliedern im Fokus. Ziel ist die Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung unter Berücksichtigung und Einbeziehung aller Teilnehmer. In Abgrenzung zu der Projektarbeit gibt es vorbereitetes Material und einen bereits festgelegten Zeitplan.

Die Fallstudie – zwei verschiedene Methoden

Fallstudien können zum einen als Unterrichtsmethode eingesetzt werden. Hierbei wird den Gruppenteilnehmern ein konkreter Fall vorgelegt. Dieser schildert ein thematisch passendes Problem, dessen Lösung es herauszufinden gilt. Diese Methode diente ursprünglich der Ausbildung von Jura-Studierenden, um diese mithilfe realer Beispiele auf die spätere Berufspraxis vorzubereiten. Studierende lernen Probleme selbstständig zu erkennen, relevante Informationen zur Lösung des Falls herauszustellen und sachlich zu diskutieren. Zum anderen können Fallstudien als Forschungsmethode eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um die Untersuchung einer Problemstellung im realen Umfeld, genauer gesagt um eine empirische Forschung. Das bedeutet, es muss nicht zwangsläufig bereits Theorie zu dem ausgewählten Thema vorhanden sein. Innerhalb der Fallstudie als Forschungsmethode sollen demnach eine Problemstellung untersucht und neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Prüfungsleistungen zum Semesterende

Jedes Modul innerhalb des MBA-Studiumswird mit einer Prüfung abgeschlossen. Diese kann unterschiedliche Formen haben. Entweder fertigen Sie eine Haus- oder Seminararbeit an oder Sie schreiben eine Klausur. Im Gegensatz zu der Prüfungsleistung im Rahmen einer Klausur dürfen bei Haus- und Seminararbeiten Hilfsmittel wie sachkundige Literatur hinzugezogen werden. Thema beider Varianten sind die behandelten MBA-Inhalte des jeweiligen besuchten Seminars. Die Seminararbeiten werden nach wissenschaftlichen Standards verfasst und dienen demnach zusätzlich als Vorbereitung auf die Abschlussarbeit.

Die Masterarbeit – die vorletzte Hürde

Um den MBA-Abschluss bzw. den MBA-Titel zu erlangen, wird zum Ende des MBA-Studiumseine Masterarbeit angefertigt. Diese ist eine wissenschaftliche Arbeit, die den Weg zu einer eigenständigen Forschung und deren Ergebnis erläutern soll. Das bedeutet, dass es darauf ankommt, eine Nische zu finden, in der nur lückenhaft Literatur existiert und es deshalb einer Forschung bedarf. Ein Betreuer steht Ihnen während des Schreibens fachlich zur Seite. Dieser ist außerdem der Erstprüfer Ihrer fertigen Arbeit. Das heißt, er oder sie begutachtet Ihre Arbeit als erste Fachkraft und gibt eine Einschätzung und Bewertung ab. Anschließend wird die Arbeit von einer zweiten Person gelesen und ebenfalls benotet. Die beiden Noten werden zusammengerechnet, wobei die des Erstgutachters mehr Gewicht hat.

Der letzte Schritt zum MBA-Abschluss – die Verteidigung

Wer seinen MBA machen möchte, vermutet bereits vorher aufgrund des vorangegangenen Studiums, dass ihm nach der Abgabe und dem Bestehen der MBA-Masterarbeit noch die Verteidigung dieser bevorsteht. Die Verteidigung der Masterarbeit erfolgt ähnlich wie die Verteidigung der Bachelorarbeit: Dem Erst- und Zweitprüfer werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit vorgestellt und anschließend mit Ihnen diskutiert. Hierbei werden häufig Fragen zur Themenauswahl oder speziellen Forschungsansätzen gestellt. Auch aus dem Gutachten der Masterarbeit hervorgehende Kritikpunkte werden gern noch einmal mündlich aufgegriffen. Nachdem der Studierende sich den Fragen gestellt hat, erfolgt die endgültige Notenvergabe. Damit ist der letzte Schritt gegangen und der MBA-Titel in der Tasche.