Die Aufnahme zum MBA-Studium –

was ist TOEFL?

Zugangsvoraussetzungen des MBA-Programms an der WHU

Der Master of Business Administration: 130 verschiedene Fachhochschulen, Universitäten und Akademien bieten deutschlandweit 256 verschiedeneMBA-Programme an. Viele Studieninteressierte fragen sich, was die einzelnen Studiengänge und Programme unterscheidet. Denn für was sollen sie sich entscheiden? Schließlich ist auch die Wahl der Hochschule von wesentlicher Bedeutung. Neben den Kosten und den angebotenen Formaten sind vor allem auch die Zugangsvoraussetzungen der Hochschulen zu den MBA-Programmenentscheidend. Die meisten MBA-Anbieter setzen wahlweise auf Motivationsschreiben, Berufserfahrung, persönliches Gespräch oder manchmal auch Einschreibungstests als Auswahlkriterium. Fast immer sind aber GMAT und TOEFL oder alternativ GRE und IELTS als Zugangsvoraussetzungen mit dabei. Auch an der WHU. Was hat es mit diesen Akronymen auf sich?

Test of English as a Foreign Language (TOEFL)

Allgemeine Fakten zum TOEFL

Der TOEFL hat inzwischen eine lange Tradition als Englischtest. Daher gilt er auch als weltweiter Standardtest – nicht nur für MBA-Programme. Seit 2005 ist das Verfahren internetbasiert. Es taucht in vier Varianten auf, wobei für die Zulassung zu einem MBA-Studium nur die letzte Stufe relevant ist – der TOEFL ITP. Das Kürzel ITP steht dabei für Institutional Testing Program und bezeichnet die Ausrichtung dieses Levels: Oberstufenschüler und Akademiker. Der Test ist für den Master of Business Administration deswegen von größerem Interesse, weil fast alle Modulinhalte aufgrund der internationalen Standards auf Englisch sind – auch an der WHU.

Im Vergleich zum GMAT ist er mit 89 Euro pro Teilnahme relativ kostengünstig. Mit Zertifikat kostet der Test 103 Euro und bei einer sofortigen Expressauswertung 125 Euro. Auch die Übungsmaterialien und die Vorbereitungskurse sind nicht annähernd so kostspielig wie die für den GMAT. Termine für die Teilnahme können flexibel und individuell an den Testzentren vereinbart werden, die es in vielen Städten gibt.

Was wird getestet?

Prinzipiell bildet der TOEFL alle vom GER* festgelegten Sprachniveaus ab und nimmt eine Einschätzung des Teilnehmers innerhalb dieser Sprachniveaus vor. Das Gute daran: Man kann eigentlich nicht beim Test durchfallen, sondern man wird von A2 bis C1 gemäß dem GER eingestuft.

Der Test gliedert sich in vier Aufgabenbereiche:

  1. Reading – Lesefähigkeit: Der erste Teil beinhaltet drei bis fünf Texte inklusive 36 bis 70 Fragen.
  2. Listening – Hörverständnis: In diesem Bereich hört man zwei bis drei Unterhaltungen sowie vier bis sechs Vorlesungen, zu denen 34 bis 51 Fragen beantwortet werden müssen.
  3. Speaking – Sprachfertigkeit: In Teil drei warten sechs Aufgaben und die dazugehörigen Fragen auf den Teilnehmer.
  4. Writing – Schreibfertigkeit: Hier müssen zwei Aufgaben mit je einer Frage beantwortet werden. Eine der Aufgaben dreht sich um das Schreiben eines Essays zu einem vorgeschriebenen Thema. Hierfür sollte man sich mindestens 30 Minuten Zeit nehmen.

Wie wird getestet?

Innerhalb von drei Stunden kann man eine maximale Punktzahl von 120 erreichen. Pro Teilgebiet werden 30 Punkte vergeben. Neben den Aufgaben mit freien Antwortmöglichkeiten besteht der Test aus 140 Multiple-Choice-Fragen. Dabei sind die Multiple-Choice-Fragen auch in den Bereichen von Hör- und Leseverstehen mit eingebaut. In der Testauswertung wird neben der Sprachniveau-Einschätzung eine individuelle Stärken-und-Schwächen-Analyse vorgenommen. Der zeitliche Umfang des TOEFL betrug davor einmal 3,5 Stunden. Er wurde jedoch im August 2019 um eine halbe Stunde gekürzt. Man sparte Zeit in den Bereichen Reading, Listening und Speaking ein, wobei aber die Gesamtpunktzahl gleich blieb. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in der wachsenden Konkurrenz, die ihrerseits weniger Zeit für ihre Testverfahren beansprucht. So kann der IELTS-Test in zwei Stunden und 45 Minuten und der Duolingo English Test in nur 45 Minuten absolviert werden.

Wie kann man sich vorbereiten?

Neben den klassischen Übungsheften und Vorbereitungsbüchern mit Musterlösungen gibt es inzwischen auch Testsoftware und Onlinekurse. Gerade Letztere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da im Rahmen der Kurse auch eine Auswertung der bisherigen Vorbereitungsleistung erfolgen kann. Diese Möglichkeiten boten die klassischen Vorbereitungsmittel für Studieninteressierte bisher noch nicht. Jedoch sind solche Onlinekurse auch meist kostenintensiver, da die Auswertung durch einen Lehrer vorgenommen wird. Allerdings sind die Kurse noch weit vom Preisniveau der GMAT- oder GRE-Vorbereitungskurse entfernt.

Generell gilt eine Vorbereitungszeit von 60 bis 80 Stunden – je nach Kenntnisstand – als angebracht.

Für die meisten Business Schools und auch für die WHU sollten Sie ein Testergebnis von mindestens 100 Punkten anstreben.

*Was ist der GER?

Die Abkürzung steht für Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen (nicht zu verwechseln mit dem GRE-Test, der Graduate Record Examination). Er ist die Basis für die Entwicklung gemeinsamer Lehrpläne, Lehrwerke und Sprachprüfungen. Außerdem werden über den Referenzrahmen die Sprachniveaus von A2 (sehr niedrig) bis C1 (perfekt) definiert. Die Einschätzung eines TOEFL-Testes wiederum basiert auf den Sprachniveaus. Wenn Sie Ihr Abitur in Deutschland abgelegt haben, wird Ihr Sprachniveau für Englisch laut der GER-Skala auf dem Level B2 verortet.