Ausgewählte Forschungsprojekte

Hier finden Sie einige Informationen zu herausragenden Forschungsleistungen, die sich nicht in Form von Publikationen oder Auszeichnungen abbilden lassen, die jedoch in anderer Hinsicht einen wichtigen Beitrag zur Forschung der WHU darstellen.

Im Nachgang zur Finanzkrise 2008/2009 haben Finanzinstitutionen mehr als 100 Milliarden Dollar an Strafzahlungen für Fehlverhalten geleistet. Der systemische Charakter weist darauf hin, dass das Fehlverhalten vielmehr Ausdruck einer fehlgeleiteten Unternehmenskultur als ausschließliches Produkt der Fehltritte einzelner Manager ist. Banken haben daher einen massiven Vertrauensverlust erlitten und Regulierungsbehörden, Politiker, Medienvertreter aber auch Industrievertreter fordern lautstark einen kulturellen Wandel der Banken. Aus wissenschaftlicher Sicht werden kulturelle Interventionen, d.h. gezielte Maßnahmen zur Steuerung der Unternehmenskultur, kritisch betrachtet und es erscheint unklar, inwiefern Unternehmenskulturen tatsächlich gezielt gesteuert werden können.

Das Forschungsprojekt „Kulturwandel in der Finanzindustrie - Die Rolle von Vergütungssystemen zur Veränderung der Unternehmenskultur“ stellt vor diesem Hintergrund die Frage, inwiefern sich die Kultur von Finanzinstitutionen durch eine veränderte Vergütungsstruktur verändern lässt. Das Forschungsprojekt dokumentiert dazu die Veränderungen in der Vergütungsstruktur auf der einen Seite und befragt Mitarbeiter der Finanzinstitutionen auf der anderen Seite im Hinblick auf ihre subjektive Wahrnehmung der (veränderten) Unternehmenskultur und einem eventuellen Zusammenhang zum Vergütungssystem.

Projektdauer

2016 - 2018

Projektleitung

  • Prof. Dr. Miriam Müthel (WHU)

Sino-German business collaboration increasingly accounts for a significant part of both Chinese and German foreign investment. However, collaborating companies encounter many problems. Most critically, initial distrust among the business partners due to cross-cultural stereotyping and perceived values dissimilarity threatens knowledge exchange so that employees are found reluctant to share their unique knowledge. To increase innovation and performance in Sino-German alliances, it is thus important to understand the motivational drivers of knowledge sharing and to interpret the trust/distrust mechanisms in China and in Germany. For this aim, we explore cultural explanations for the differences between Chinese and Germans in their knowledge sharing motives and their processes of trust/distrust development and derive a joint model to depict intercultural knowledge sharing in Sino-German teams.

Viele Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (kmU), können Innovationsprozesse heute aufgrund der Kürze der Innovationszyklen und der Komplexität der Innovationsgegenstände nur noch schwer alleine bewältigen. Auch aus ihrer Konzentration auf Kernkompetenzen resultiert häufig die Notwendigkeit, komplementäres Wissen und entsprechende Fähigkeiten in Entwicklungs- und Verwertungspartnerschaften effizient zusammenzuführen. Dies geschieht zumeist in Netzwerken von Unternehmen bzw. Dienstleistungsakteuren.

An diese Partnerschaften werden allerdings zunehmend spezifische Anforderungen gestellt, die die Kollaborationsbereitschaft und die Kollaborationsfähigkeit ebenso betreffen wie die Verfügbarkeit der erforderlichen Kompetenz bzw. des Wissens sowie geeigneter technischer Infrastruktur, hier insbesondere auch der Fähigkeit zur IT-Vernetzung.

Einen Ansatz zur systematischen Ausgestaltung solcher Netzwerke und ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung liefert das Konzept der sogenannten Smart Networks. Diese sind aufgrund ihrer ausgewogenen Komposition aus organisatorischer (Ko-)Operationsbereitschaft, fachlicher Kompetenz und informationstechnologischer Infrastruktur für die Zusammenarbeit in Innovationsprojekten besonders prädestiniert. Das Konzept ist geeignet, auch „flüchtige“ bzw. „dynamische“ (d. h. locker geknüpfte) Netzwerke aus Akteuren, die effizient und effektiv zusammenarbeiten wollen, zu unterstützen. Smart Networks verfügen über entsprechende sogenannte Hyperlinking-Funktionalität in den Dimensionen Organisation, Wissensaustausch und IT-Vernetzung. Sie gelten demgemäß auch als „Inkubatoren für Innovation“.

Im Rahmen von SmartNets, einem umfassenden Forschungsprojekt der Europäischen Gemeinschaftsforschung im 7. Rahmenprogramm der EU, hat der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement die Aufgabe übernommen, ausgehend von existierenden internationalen Innovations- und Produktionsnetzwerken, ein Entwicklungskonzept für solche Smart Networks zu entwickeln, den SmartNet Guide. Außerdem ist der Lehrstuhl verantwortlich für die Koordination aller Aktivitäten zur Disseminierung der Projektergebnisse, um diese im Rahmen des Transfers auf breiter Basis für kmU verfügbar zu machen. Mit Abschluss dieses Projektes im Jahre 2014 wird ein Instrument zur Verfügung stehen, das als Analyseinstrument und Handlungsanweisung Unternehmen auf ihrem Weg zur qualifizierten Partnerschaft in wissensorientierten Netzwerken hoher Wertschöpfung begleiten soll.

Projektleitung

  • Prof. Dr. Meike Tilebein (Zentrum für Management Research (DITF-MR) der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF))
  • Prof. Dr. Thomas Fischer (WHU)
  • Jun.-Prof. Dr.-Ing. Sven-V. Rehm (WHU) 

Projektdauer

2011 - 2014