Die Irmgard-und-Erich-Schneider-Stiftung

Nachruf auf Herrn Erich Schneider

Am 23. Oktober 2005 verstarb nur wenige Tage vor seinem 94. Geburtstag

Herr Erich Schneider

* 17. November 1911 in Bielefeld
Träger der WHU-Ehrenmedaille

Sein beruflicher Werdegang begann mit einer kaufmännischen Ausbildung in der Hotelbranche. Den Krieg erlebte er zwischen 1941 und 1945 als Soldat an der Ostfront. Der seit seiner Jugendzeit gehegte Wunsch Journalist zu werden, ging nach dem Krieg in Erfüllung. Er wurde Vertriebsleiter des „Mittelrhein-Kurier“ in Bad Ems und im Jahre 1948 Mitgesellschafter des Mittelrhein-Verlages, in dem er nach der Berufung in die Geschäftsführung im Jahre 1957 für nahezu 18 Jahre die Verantwortung für das Unternehmen übernahm. In dieser Zeit hat Herr Erich Schneider u.a. moderne Formen der elektronischen Datenverarbeitung gefördert und nachhaltig zu einer positiven Entwicklung des Verlages beigetragen. Berufsbegleitend absolvierte er das Studium der Betriebswirtschaft an der Universität zu Köln.

Sein ehrenamtliches Engagement im gesellschaftlichen und sozialen Bereich soll besonders erwähnt werden. Herr Schneider vertrat die Belange der Branche als Vorsitzender des Landesverbandes der Zeitungsverleger Rheinland-Pfalz-Saar und in weiteren Gremien des Bundesverbandes der Zeitungsverleger. Er war Mitglied im Verwaltungsrat des Versorgungswerkes der Presse, im Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkassen, Beirat der Versorgungskasse sowie im ZDF-Fernsehrat. Weiterhin war er als Vorsitzender des Vorstandes der Wirtschaftlichen Genossenschaft der Presse tätig. Für diesen außergewöhnlichen Einsatz erhielt Herr Schneider viele Ehrungen. Eine besondere Würdigung seines Wirkens war die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Am 1. April 1998 hat der Verstorbene gemeinsam mit seiner Gattin die Irmgard und Erich Schneider-Stiftung an der WHU ins Leben gerufen mit dem Ziel, Studierende und Doktoranden im Bereich der Wirtschaftsinformatik und des Informationsmanagements zu fördern. So hat Erich Schneider nicht nur die Ausstattung eines Multimedia-Labors ermöglicht, sondern auch vielfältigste studentische Aktivitäten unterstützt, deren Durchführung ohne die Zuwendungen durch die Stiftung des Verlegerehepaares nicht möglich gewesen wären. Besonders zu erwähnen sind hier die studentischen Projekte myWHU, IDEA-LAB! sowie Eurosport.

Als Vorsitzender des Kuratoriums der Irmgard und Erich Schneider-Stiftung hat er persönlich dafür Sorge getragen, dass ein großer Teil der jährlichen Stiftungsmittel unmittelbar den Studierenden zugute kommt. Er hat sich stets und bis in die jüngste Vergangenheit außerordentlich interessiert gezeigt für die Entwicklung der Hochschule und besonders die des Lehrstuhls. Seine Aufgeschlossenheit für moderne Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft hat uns immer sehr beeindruckt und ermutigt.

Wir beklagen den Verlust eines herausragenden und vorbildlichen Menschen, dessen Engagement für die Wirtschaftsinformatik und das Informationsmanagement an der WHU bleibende Spuren hinterlassen wird und den wir über den Tod hinaus stets achten und ehren werden.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Fischer, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsinformatikund Informationsmanagement an der WHU, im Oktober 2005


Zum 90. Geburtstag von Erich Schneider

Auch mit 90 von ganzem Herzen ein Zeitungsmann –
Der Seniorverleger und langjährige Geschäftsführer unseres Verlages Erich Schneider feiert einen "runden" Geburtstag

Nachdruck aus der Rhein-Zeitung vom 17./18. November 2001
(mit freundlicher Genehmigung des Verlages)

KOBLENZ. Mit dem Herzen dabei ist er noch immer: Wenn auch der Seniorverleger unserer Zeitung und langjährige Geschäftsführer des Mittelrhein-Verlages nicht mehr an den einzelnen Entscheidungen im Verlagshaus mitwirkt, so nimmt er doch regen Anteil an der Entwicklung unserer Zeitung und unseres Unternehmens. Heute, am 17. November, wird Erich Schneider 90 Jahre alt.

Seniorverleger Erich Schneider

Der größte Teil seines Lebens wurde vom Verlagsgeschäft geprägt. Auch heute ist sein Rat immer noch gefragt. Erich Schneider bringt sich nach wie vor als Gesellschafter ins Unternehmen ein und zeigt sein Interesse an der Zeitungsarbeit auch dadurch, dass er heute noch ab und zu Veranstaltungen unseres Hauses beiwohnt. Mit der ihm eigenen Zurückhaltung nimmt er dann in den Zuhörerreihen Platz.

Dass es Erich Schneider stets um die Sache, um seine Überzeugung und nicht um seine Person geht, trug ihm in seinem Berufsleben innerhalb und außerhalb des Unternehmens uneingeschränkt Respekt und Anerkennung ein. Verbindlichkeit, außergewöhnliche Kompetenz und bescheidene Liebenswürdigkeit kennzeichnen Erich Schneider als Mensch und als Führungskraft.

Der Weg ins Verlagsgeschäft war für Erich Schneider nicht einfach, obwohl für ihn schon früh feststand, Journalist werden zu wollen. Doch nach Schulzeit und Abitur in Berlin 1931 war ihm in der NS-Zeit diese Möglichkeit versperrt worden.

Wunschberuf: Journalist

Eine kaufmännische Ausbildung und Arbeit in der Hotelbranche führten ihn nach Hamburg und Spanien. Eine schwere Krankheit seines Vaters rief ihn schließlich ins elterliche Geschäft nach Deutschland zurück. Den Krieg erlebte er zwischen 1941 und 1945 als Soldat an der Ostfront.

Seinem Wunschberuf kam Erich Schneider wieder nahe, als sich ihm die Gelegenheit bot, als kaufmännischer Mitarbeiter in Bad Ems Anschluss an einen Zeitungsverlag zu finden. So wurde er Vertriebsleiter beim "Mittelrhein- Kurier" und war maßgeblich am Aufbau des Rhein-Mosel-Verlages beteiligt. 1948 beriefen ihn die Lizenzträger als Mitgesellschafter in den Mittelrhein- Verlag, wo ihm kurze Zeit später Prokura für die kaufmännischen Abteilungen erteilt wurde. Sein Wissen erweiterte Erich Schneider durch zusätzliches Studium: Als 45-Jähriger legte er an der Betriebswirtschaftlichen Fakultät der Uni Köln sein Examen als Diplom-Kaufmann ab. Weitere Verantwortung im Unternehmen bekam er, als er nach dem frühen Tod Oskar Richards, Michael Webers und des von ihm sehr geschätzten Walter Twer gemeinsam mit Senior Joachim Ulrich in die Geschäftsführung berufen wurde.

Fast 18 Jahre lang lenkte Erich Schneider die Geschicke des Unternehmens, war "Kopf und Seele" des Mittelrhein-Verlages, wie es der damalige Landtagspräsident Dr. Heinz Peter Volkert zum 75. Geburtstag des Jubilars beschrieb. Geleitet wurde Erich Schneider bei seinen Entscheidungen durch seine soziale Grundhaltung und seine demokratische Einstellung. Den kaufmännischen und publizistischen Anforderungen hat er stets das gleiche Gewicht beigemessen.

Kaufmann und Publizist

Unter Schneiders Ägide erhielt die Redaktion 1969 als erste Tageszeitung in Deutschland ein Statut in Verbindung mit einer grundsätzlichen Haltung. Durch die Einrichtung einer Lehrredaktion unterstützte Erich Schneider eine fundierte Ausbildung der Redakteure und sorgte durch den Einsatz neuzeitlicher Technik und elektronischer Datenverarbeitung sowie ein modernes Management für gute Arbeitsbedingungen und eine stetige Weiterentwicklung des Unternehmens.

Das Engagement Erich Schneiders endete aber nicht vor der "Haustür" des Mittelrhein-Verlages. Vielmehr setzte er sich als Vorsitzender des Landesverbandes der Zeitungsverleger Rheinland-Pfalz-Saar und in den Gremien des Bundesverbandes für die Belange der Branche ein. Er wirkte außerdem unter anderem im Verwaltungsrat des Versorgungswerks der Presse, im Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkassen, im Beirat der Versorgungskasse, im ZDF-Fernsehrat und als Vorstandsvorsitzender in der Wirtschaftlichen Genossenschaft der Presse. Für sein Engagement wurde Schneider vielfach geehrt - so auch mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Dass viel Aufhebens um seine Person gemacht wird, liegt Erich Schneider nicht. Genau wie seinen letzten runden Geburtstag feiert er auch dieses Mal im engsten Kreis seiner Familie außerhalb von Koblenz. Und das geistig rege und bei guter Gesundheit.

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