Freitag, 25. November 2016

Gemeinsames Projekt erhält EU-Förderung: WHU-moneymeets-Projekt ausgezeichnet

Die WHU – Otto Beisheim School of Management und das Kölner Fintech-Unternehmen moneymeets erhalten Dank ihrer erfolgreichen Teilnahme am Leitmarktwettbewerb CreateMedia.NRW EU-Fördergelder. Mit dem gemeinsamen Projekt VikoDia, das für „Visualisierungskonzept für die Digitale Anlageberatung“ steht, soll ein kreatives und innovatives Visualisierungs- und Benutzerführungskonzept für eine allumfassende digitale Anlage- und Finanzberatung entwickelt werden. „Bei der Umsetzung arbeiten wir interdisziplinär mit Erkenntnissen aus dem Asset Managment und der Verhaltenspsychologie. Diese verbinden wir mit Gamification, um eine völlig neue User Experience zu schaffen und damit einen Beitrag zur technologischen und wirtschaftlichen Innovationstätigkeit der gesamten Branche zu leisten“, erklärt Dieter Fromm, Mitgründer und Geschäftsführer bei moneymeets.

 

Auch aus akademischer Sicht hat das Projekt eine hohe Relevanz. Die WHU wird die Entwicklung des Visualisierungskonzepts für die digitale Anlageberatung mit zwei Dissertationsprojekten begleiten. Dabei werden die angewandten Methoden des Asset Management unter Berücksichtigung verhaltenspsychologischer Aspekte wissenschaftlich fundiert und die User Experience systematisch getestet und ausgewertet. „Auch in der finanzwirtschaftlichen Forschung hat das Thema Digitalisierung einen hohen Stellenwert erlangt. Die Schnittstellen zum Asset Management und der Verhaltenspsychologie sind dabei vielfältig und stellen ein sehr interessantes und innovatives Forschungsspektrum dar. Dadurch bietet das gemeinsame Projekt große Chancen für Wissenschaft und Praxis.“, so Dr. Katrin Baedorf, Director am Center of Asset and Wealth Management der WHU, die das Projekt für die WHU leitet.

 

Das Projekt hat hohe Alltagsrelevanz, denn die klassische Anlageberatung durch Banken verliert zunehmend an Bedeutung. Mangelndes Vertrauen, eine eingeschränkte Produktpalette und die räumliche und zeitliche Bindung an eine Filiale sorgen dafür, dass sich immer mehr, insbesondere jüngere Menschen, nach Alternativen zur traditionellen Bank- und Finanzberatung umsehen. Hier setzen Fintech-Unternehmen an, die in der Lage sind, umfassend und transparent über Anlageformen zu informieren und die Abwicklung aller Finanzangelegenheiten bankenübergreifend, mobil und zu deutlich geringeren Kosten zu ermöglichen. „Die größte Herausforderung, der sich Fintech-Unternehmen wie moneymeets derzeit gegenüber sehen, ist die verständliche Aufbereitung von Finanzinformationen für die Verbraucher. Einerseits müssen alle relevanten Informationen enthalten sein, auf der anderen Seite darf man nicht in Fachchinesisch verfallen, da der Anleger sonst schnell abschaltet. Mit dem Projekt VikoDia wollen wir hier den goldenen Mittelweg finden“, erklärt Johannes Cremer, Mitgründer und Geschäftsführer von moneymeets.

 

VikoDia wurde in der zweiten Einreichrunde des Leitmarktwettbewerbs CreateMedia.NRW von einem unabhängigen Gremium zur Förderung mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ausgewählt. Der Wettbewerb prämiert Geschäftsmodelle rund um das Internet, aber ebenso Low-Tech- oder Social Innovations, die den Nährboden für weitere marktfähige Innovationen schaffen können. Im Rahmen des EFRE-Programms „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung 2014-2020“ werden die besten Projekte finanziell unterstützt und damit die Entwicklung des Medien- und Kreativclusters in NRW weiter vorangetrieben.