Mittwoch, 31. Oktober 2012

Wie man Menschen vom Lügen abhält und so Steuereinnahmen erhöhen kann

Eine Studie der Duke University in North Carolina des US-Verhaltensökonom Dan Ariely hat Überraschendes ergeben: Selbst Betrüger haben von Grund auf ein Ehrgefühl und können schon durch kleine Tricks zu ehrlichem Verhalten bewegt werden. 

Während der Zusammenarbeit mit einer Autoversicherung fand Professor Ariely heraus, dass die Bitte um Ehrlichkeit beim Angeben von zurückgelegten Kilometern am Anfang des Formulars zu wesentlich höheren Kilometerzahlen führte als bei einer Ehrlichkeitserklärung durch Unterschrift am Ende des Dokuments. Ein klares Appellieren an das Ehrgefühl steigere den Wahrheitsgehalt, so der Forscher. Dieses Phänomen ließe sich laut Ariely auch auf andere Bereiche übertragen. Beispielsweise könnten Finanzämter durch kleine Änderungen ihrer Formulare den Wahrheitsgehalt der Angaben erhöhen und damit Steuerbetrug reduzieren. 

Weitere Test ergaben, dass sich Probanden selbst dann nur geringfügig unehrlich verhielten, wenn ihnen garantiert wurde, dass fälschliche Aussagen keine negativen Konsequenzen mit sich ziehen würden. „Wir betrügen nur genauso viel, wie wir mit unserem Selbstbild als einigermaßen ehrliche Menschen vereinbaren können“, so Professor Ariely.  Bei den Experimenten zeigte sich zudem, dass Testpersonen eher gewillt waren zu lügen, wenn innerhalb der Gruppe auch andere fälschliche Aussagen machten. Ariely begründete dieses Verhalten mit „sozialer Ansteckung“. Auf dieses Phänomen berufen sich Milliardenbetrüger wie Bernard Madoff, der vor Gericht sein Verhalten damit rechtfertigte, dass in der Branche alle gierig gewesen seien.

Den gesamten Artikel „Was uns zu Lügnern macht“ finden Sie unter: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/dan-ariely-wie-man-menschen-das-luegen-austreibt-a-860787.html