Donnerstag, 10. Januar 2013

Kein Geld, sondern Lebensqualität

Berufseinsteiger streben verstärkt nach sozialer Verantwortung und Eigenständigkeit statt nach einem üppigen Gehalt oder einem schicken Firmenwagen. Großunternehmen wie 1&1 und Volkswagen zeigen beispielhaft, wie Firmen ihre Anreizstrukturen an diesen Wandel anpassen, um junge Talente für sich gewinnen.

Das Phänomen veränderter Wertvorstellung zeigt sich sogar in renommierten Unternehmens-beratungen wie Roland Berger, die Einstiegsgehälter von bis zu 80.000 Euro bieten. Laut Martin Wittig, Chef von RB, lehnten einige Junior Consultants die Nutzung eines Dienstwagens ab und fuhren stattdessen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Auch Magnus Graf Lambsdorff, Partner der Personalberatung Egon Zehnder International, bestätigte, dass das Streben nach Geld und Status zurückgehe. An erster Stelle stünden interessante Tätigkeitsbereiche und Entscheidungsfreiheit, wobei auch das Privatleben neben der Karriere eine immer wichtigere Rolle spiele.

Viele Unternehmen, darunter auch VW, versuchten jetzt, Arbeitsbedingungen und Leistungsvergütung an den neuen Prioritäten der Mitarbeiter auszurichten: Der Automobilkonzern veranlasste beispielsweise eine Sperre der E-Mail-Funktion auf Firmengeräten nach Feierabend, um Angestellten eine klare Trennung von Arbeits- und Freizeit zu erleichtern und ständige Erreichbarkeit zu vermeiden.

In den meisten Firmen mangelt es, so die Financial Times, jedoch derzeit an ansprechenden Teilzeitkonzepten, vor allem für Führungskräfte. Man dürfe ebenfalls nicht außer Acht lassen, dass neue Privilegien nicht nur für Berufseinsteiger, sondern auch für die bestehende Belegschaft implementiert werden müssten. Angesichts des Fachkräftemangels würden sich Unternehmen zukünftig darauf einstellen müssen, dass auch Langzeitmitarbeiter ihre Erwartungen an die Arbeitsbedingungen ändern, so Kathrin Menges, Personalvorstand von Henkel.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.ftd.de/karriere/karriere/:smart-talents-berufseinsteiger-revolutionieren-die-wirtschaft/70115959.html