Montag, 04. Dezember 2017

Unternehmenszukunft sichern

Schnelle Veränderungen in den Märkten zwingen die Unternehmen in immer kürzeren Zyklen zur Anpassung ihrer Produkte und ihrer Produktion – bis hin zur Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle. Dies gilt gleichermaßen für inhabergeführte und gut aufgestellte mittelständische Unternehmen. Inhabergeführte Unternehmen stehen darüber hinaus aber noch vor einer weiteren großen Herausforderung: Die Unternehmernachfolge. Falls eine nachfolgende Generation nicht vorhanden ist oder nicht in die Führung eintreten möchte, müssen andere Wege zur Sicherung und Fortexistenz des Unternehmens beschritten werden. Die Planung hierfür bedarf eines langen Atems und sorgfältiger Planung.

Im Vorfeld solch weitreichender Entscheidungen sollten klare Überlegungen angestellt werden, zu Herausforderungen und Chancen, der Rolle von Inhaberfamilien, Führungskräften und Mitarbeitern sowie Nachfolgern und externen Unterstützern. Mit hilfreichen Ratschläge, Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen punktete das zweite „Forum Mittelstand“ des Jahres 2017 am 22. November mit dem Thema „Wie sichere ich die Zukunft meines Unternehmens?“. Die erneut hohe Teilnehmerzahl bei der Veranstaltung am Campus Vallendar der WHU – Otto Beisheim School of Management, sprach deutlich für die hohe praktische Relevanz des gewählten Themas.

Nach der Begrüßung durch die Organisatoren Prof. Dr. Christina Günther, Inhaberin des IHK-Lehrstuhls für kleine und mittlere Unternehmen an der WHU und Ralf Lawaczek, Geschäftsführer der IHK Koblenz, referierte Dr. Werner Boysen, Interim-Manager und Unternehmensberater der Dr. Boysen Management + Consulting GmbH über das Thema „Veränderungen anstoßen und systematisch vorbereiten“. Als erfahrender Sanierer in mittelständisch-geprägten Industrieunternehmen präsentierte er wichtiges Grundwissen und nötige Handlungsoptionen.

Martin Bartolovic, Geschäftsführer der Proline Systems GmbH in Boppard begeisterte die rund 54 anwesenden Mittelständler und IHK-Experten aus der Region sowie WHU-Absolventen mit seinem Vortrag „Familie und externe Geschäftsführung“ über einen häufigen Spezialfall der Veränderung in der Unternehmensstruktur. Hierbei berichtete er auch von seinen eigenen Erfahrungen als externer Geschäftsführer zweier Unternehmen und sensibilisierte die Teilnehmer für mögliche Konflikte zwischen Inhaberfamilie und Nachfolger. Etwaigen potenziell problematischen Fragestellungen wie zum Beispiel „Wie suche ich mögliche externe Nachfolger?“ oder „Wie finde ich heraus, ob der Nachfolger oder die Nachfolgerin zum Unternehmen passt?“ begegnete er mit praktischen Ratschlägen und Eckpunkten für die strategische Planung der familienexternen Nachfolge und der effektiven Einbeziehung aller relevanten Stakeholder.

Auch Dr. Dirk Sojka Mitinhaber der WWB-Tiefbaugesellschaft mbH in Krunkel, gelernter Bankkaufmann und ehemaliger Unternehmensberater bei McKinsey widmete sich in seinem Vortrag „Die Sicht eines externen Nachfolgers“ einen weiteren Aspekt eben dieses Spezialfalls des Nachfolgeprozesses im Unternehmen. Er berichtete aus der Sicht des externen Nachfolgers, vor allem unter dem Aspekt der versteckten Risiken und ihrer erfolgreichen Bewältigung.

Einen dritten Blickwinkel auf die Nachfolgethematik bot Karl-Heinz Weber, Stellvertreter des Vorstandes und Bereichsleiter Firmenkunden und Private Banking bei der Sparkasse Koblenz an. Er erläuterte in seinem Vortrag „Die Sicht einer Bank“ die Position der Banken bei Veränderungs- und Übergangsprozesse in Unternehmen. Im Anschluss diskutieren die Referenten mit den Teilnehmern über Nachfolgeüberlegungen in den eigenen Unternehmen und standen für Nachfragen zur Verfügung.

Das Forum Mittelstand hat sich zum Ziel gesetzt mittelständische Unternehmen aus der Region regelmäßig praxisnah und kompetent über neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren und so einen konkreten Beitrag zur Steigerung von Wirtschafts- und Innovationskraft der hiesigen Unternehmen zu leisten. Das nächste Forum Mittelstand findet im Frühjahr 2018 statt.