Freitag, 02. Februar 2018

New Year’s Dinner der Stiftung WHU

„Das Humboldt Forum als Reflektor“: Kunsthistoriker Prof. Dr. Bredekamp zu Gast beim New Year‘s Dinner der Stiftung WHU 2018

Es ist eine langjährige Tradition, dass die Stiftung WHU das neue Jahr mit einem Dinner im kleinen Kreis von Freunden, Förderern, Fakultätsmitgliedern und Alumni beginnt. Das diesjährige New Year’s Dinner fand am 22. Januar 2018 traditionell auf Klostergut Besselich in Urbar statt. Mehr als 60 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft fanden sich im festlich dekorierten Saal des 1496 gestifteten ehemaligen Franziskanerinnenklosters ein.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen Weigand und Dr. Peter Kreutter gab der Rektor der WHU, Prof. Dr. Markus Rudolf, einen Überblick über die Entwicklung der WHU in den vergangenen zwölf Monaten, sowie über die Ziele für 2018 und darüber hinaus.

Ehrengast und Festredner des Abends war der bekannte Kunsthistoriker und Gründungsintendant des Humboldt Forums in Berlin, Prof. Dr. Horst Bredekamp. In seiner Laudatio auf den Ehrengast betonte Prof. Dr. Klaus Brockhoff, stellvertretender Vorstandvorsitzender der Stiftung WHU, die breiten Interessen und vielfältigen Auszeichnungen des Ehrengastes. Als einer der Hauptverantwortungsträger für das Humboldt Forum sei Prof. Bredekamp besonders geeignet über das Berliner Kulturprojekt zu sprechen, so Prof. Brockhoff als er das Wort an den Ehrengast übergab.

Prof. Bredekamp trat in seiner Dinner Speech mit dem Titel „Das Humboldt Forum als Reflektor“ zunächst dem Vorurteil entgegen, der Wiederaufbau der historischen Fassaden des ehemaligen Stadtschlosses in Berlin belebe einen preußischen Barock. Tatsächlich konnte er zeigen, dass die Elemente der Fassaden sich an italienische Vorbilder anlehnten. Daher sei auch die Wahl eines italienischen Architekten für die nicht rekonstruierbaren Teile folgerichtig, da sein Entwurf die ursprünglichen Ideen in neuer Form interpretiere. Im Anschluss thematisierte Prof. Bredekamp die 80.000 Stücke der ethnologischen Sammlung. Er wies in diesem Zusammenhang den Vorwurf zurück, blind für den Kolonialismus zu sein und erläuterte, ein großer Teil der Sammlung sei bereits vor der kolonialen Epoche entstanden, für den anderen Teil werde selbstverständlich eine Provenienzforschung betrieben. Die anschaulichen Beispiele des Redners, machten schon heute Lust auf Besuche der wiederhergestellten Räume in der Zukunft.

Die Gäste erlebten mit Prof. Bredekamp erneut einen Referenten beim WHU New Year’s Dinner, der das Publikum mit einem kenntnis- und facettenreichen, engagierten und aktualitätsbezogenen Vortrag in seinen Bann zog. Die anschließenden angeregten Gespräche beim Abendessen unterstrichen den Impuls den er mit seinem Vortrag setzen konnte.