Dienstag, 06. Februar 2018

TEDxWHU: Die Welt von übermorgen

Wie wird sie aussehen, die Welt von übermorgen? Dieser Frage widmete sich das vierte TEDxWHU-Event am 3. Februar auf dem WHU-Campus in Vallendar.

Unter dem Motto "The Day after Tomorrow" waren acht Redner an den Rhein gereist, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Hector Martinez war einer von ihnen. Der Ingenieur ist einer der Mitbegründer von Cellink und hat sich der Entwicklung von 3D-Bioprinting-Verfahren verschrieben. Sein Traum ist es, in Zukunft mithilfe von künstlich hergestellten Zellen die Medizin zu revolutionieren. So könnte Bioprinting irgendwann die künstliche Herstellung menschlicher Organe ermöglichen oder das Testen von Medikamenten an Tieren überflüssig machen. Von einer Zukunft ohne Staus träumte Andreas Thellmann. Er stellte den CityAirbus vor, einen auf Passagierverkehr ausgerichteten Helikopter, der bald den Verkehr in großen Metropolen von Grund auf verändern könnte. Hans-Christian Boos, Mitbegründer des Hightech-Unternehmens Arago, räumte mit einigen Vorurteilen gegenüber künstlicher Intelligenz auf. Er plädierte dafür, AI nicht als Konkurrenz und Gefahr für den Menschen zu sehen sondern als Chance dafür, automatisierbare Prozesse in die Hände von Computern zu geben und sich kreativen und sozialen Aufgaben zuzuwenden. Einen besonderen Leckerbissen hatte Dinara Kasko mitgebracht: Die Ukrainerin beeindruckte das Publikum mit ihren außergewöhnlichen Kuchenkreationen, in denen sie mithilfe von 3D-Druckern Konditorkunst und Architektur vereint. TEDx-Events leben jedoch nicht nur von inspirierenden Vorträgen, sie setzen auch darauf mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Daher gab es bei zwei Networking-Pausen und einem gemeinsamen Dinner im Gewölbekeller der WHU reichlich Gelegenheit die vorgestellten Konzepte und Ideen zu diskutieren.

Internationale Referenten mit unterschiedlichsten beruflichen und privaten Hintergründen, inspirierende Vorträge über völlig verschiedene Themen und das gemeinsame Ziel, den eigenen Horizont stetig zu erweitern – diesem Motto wurde die vierte TEDxKonferenz an der WHU mehr als gerecht. Seit 2009 haben mehr als 10.000 unabhängig organisierte TEDx-Events in mehr als 2500 Städten in 164 Ländern stattgefunden. Die Abkürzung TED steht für Technologie, Entertainment und Design, doch das Spektrum der Vortragsthemen ist praktisch grenzenlos und umfasst auch Bereiche wie Business, Kultur, Kunst, Politik und Wissenschaft. Gemäß dem offiziellen TED-Motto „ideas worth spreading“ („Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden“) referieren Redner, unter ihnen etwa Unternehmer, Umweltaktivisten oder Profisportler, über persönliche Erfahrungen, geben konkrete Lebenstipps, teilen wissenschaftliche Erkenntnisse oder erläutern theoretische Visionen. Sie teilen dabei vor allem die Überzeugung, dass gute Ideen die Macht haben, die Welt Stück für Stück zu verändern.