Dienstag, 13. März 2018

Soziale Verantwortung in der Wirtschaft

Frauenquote, Managergehälter, Arbeitsplatzsicherheit – wer trägt in diesen Bereichen eigentlich die Verantwortung? Um sich dieser Frage zu nähern luden die WHU – Otto Beisheim School of Management, managerfragen.org und das Social Impact Lab Duisburg am 7. März rund 60 Vertreter der drei Stakeholder-Gruppen Manager, Bürger und Medien zum 2. Rhein-Ruhr-Dialog am WHU-Campus Düsseldorf ein. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Peter Curtius-Stiftung.

Unter dem Motto „Wirtschaft in der Verantwortung. Vertrauen verspielt?“ traten die drei Gruppen in einen Dialog, um auszuloten, wie viel soziale Verantwortung Manager und die Wirtschaft tragen und wann und wie weit man die Freiheiten der Wirtschaft beschränken sollte. Jeweils ein Vertreter der Stakeholder-Gruppen Manager, Bürger und Medien legte seine Position zu diesen Fragen in einem Impulsvortrag zum Auftakt des Abends dar.

Danach wurde das eigentliche Herzstück des Abends vorgestellt: der „Verantwortungspoker“. Dabei handelt es sich um ein Kartenspiel, das von dem Verein managerfragen.org entwickelt wurde. Es gibt den Mitspielern die Möglichkeit ihre Positionen in einer Gruppe klar mit einer Karte zum Ausdruck zu bringen. Jeder Teilnehmer kann zwischen fünf Karten wählen, die sich im Spektrum zwischen „die Wirtschaft sollte die alleinige Entscheidung darüber treffen“ bis „die Gesellschaft muss der Wirtschaft klare Vorschriften in dieser Frage machen“ befinden. Der wirklich spannende Part beginnt, wenn jeder Mitspieler seine Position erklärt und sich daraufhin eine kontroverse, aber gleichzeitig sachliche und konstruktive Diskussion entwickelt.

Auch beim Rhein-Ruhr-Dialog wurde in den etwa sechs Personen starken Kleingruppen beim „Verantwortungspoker“ heiß diskutiert. Alles drehte sich um die Themenkomplexe „Frauenquote“, „Managergehälter“ und „Soziale Verantwortung“ – Themen zu denen jeder eine Meinung hatte. Die Teams waren aus den drei Stakeholder-Gruppen zusammengesetzt und so fanden sich Menschen jedes Alters mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und politischen Ansichten wieder, die angeregt miteinander argumentierten und diskutierten.

Diese Diskussion wurde anschließend im größeren Rahmen unter allen Teilnehmern, aber durch einen Moderator geleitet, weitergeführt. Die Teilnehmer hatten dabei auch die Möglichkeit die Ergebnisse ihrer Gruppe vorzustellen und über ihre Erfahrungen mit dem „Verantwortungspoker“ zu sprechen. Wie weit doch die Meinungen zu den vorgestellten Themen teilweise auseinandergingen, war die größte Überraschung des Abends. So fanden sich in fast jeder Gruppe Vertreter, die sich beispielsweise radikal für oder gegen eine Frauenquote aussprachen. Ebenso überraschte es die Teilnehmer aber auch, dass sich viele in der sachlichen Diskussion argumentativ von ihren Gruppenmitgliedern überzeugen ließen.

„Gesellschaftliche Verantwortung und Dialogfähigkeit sind heute für Führungskräfte wichtiger denn je. An der WHU haben wir uns das Ziel gesetzt, diese Werte auch unseren Studenten zu vermitteln. Daher sind wir gerne bereits zum zweiten Mal Gastgeber des Rhein-Ruhr-Dialogs“, erklärt Dr. Peter Kreutter, Director der Stiftung WHU, die Motivation der WHU den Rhein-Ruhr-Dialog mitauszurichten.

Der 3. Rhein-Ruhr-Dialog ist für Frühjahr 2019 geplant.