Donnerstag, 12. Dezember 2019

Künstliche Intelligenz für Manager

Die Entwicklung künstlicher Intelligenz hat in den letzten zehn Jahren große Erfolge verbuchen können. Dennoch wird die Realität dem, was sich gemeinhin unter Künstlicher Intelligenz vorgestellt wird, oft nicht gerecht. In einem Gastvortrag an der WHU – Otto Beisheim School of Management riet Alexander C. S. Hendorf, Managing Partner bei Strategy- und Data-Science-Beratung Königsweg, (angehenden) Managern, die Fortschritte im Bereich Künstlicher Intelligenz im Auge zu behalten.

Künstliche Intelligenz gibt es seit den 40er Jahren. Schon seit 1964 können Computerprogramme anhand eines Bildes das Geschlecht einer Person erkennen. Die technologischen Möglichkeiten der 2010er Jahre, vor allem der Zugriff auf große Datenvolumen, die Globalisierung der Forschung und die Open Source Software, haben die Weiterentwicklung künstlicher Gehirne katalysiert.

Wie Alexander C. S. Hendorf von Königsweg aufzeigte, finden viele aktuelle Programme künstlicher Intelligenz ihren inspirativen Ursprung in der Filmindustrie. Gespräche mit Computern, die komplexe Anweisungen befolgen und in der menschlichen Sprache antworten, waren in den alten Star Trek-Staffeln noch eine Vision. Mit Alexa, Siri und Co. sind sie inzwischen zur Realität geworden. In Sachen Künstliche Intelligenz ist die Fiktion der Realität somit in der Regel um einige Jahre bis Jahrzehnte voraus.

Hendorf warnte davor, dem von der Kreativität der Filmeschaffenden verstärkten Hype um Künstliche Intelligenz zu verfallen. Daten seien nicht immer eindeutig und ihre Auswertung könne darum zu fehlerhaften Ergebnissen führen. Auch sei es möglich, Programme künstlicher Intelligenz gezielt auszutricksen. Zudem betonte er, dass Manager keine Datenexperten sein müssen, sich aber durchaus mit den verschiedenen Bereichen der Datenverarbeitung beschäftigen sollten, die Möglichkeit, gerade repetitive Aufgaben zu automatisieren, sei riesig, das Marktpotential von Eigenentwicklungen gigantisch. Wichtig sei die enge Zusammenarbeit mit Experten. Er plädierte darüber hinaus für eine weltweite Vernetzung von Datenexperten, um gemeinsam und offen an der Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz arbeiten zu können.

Der Gastvortrag war Teil des Kurses „Introduction to Python and Programming“ im WHU-Bachelorprogramm.