Freitag, 08. Februar 2019

Ist nachhaltige Mode möglich?

Wie äußert sich Nachhaltigkeit in Zeiten von Fast Fashion und Überkonsum in der Textilindustrie? Diesen Fragen stellten sich die drei Textilunternehmen Mey, FOND OF und erlich textil am Vallendarer Campus der WHU – Otto Beisheim School of Management.

Diskussionsrunde v.l.n.r.: Benjamin Sadler (WHU-Alumnus und Gründer von erlich textil), Florian Mey (Geschäftsführer von Mey GmbH), Dr. Julian Conrads (Corporate Responsibility Manager bei FOND OF GmbH) und Juniorprofessor Dr. Rainer Rilke

In der Runde sind sich die Unternehmer sicher: Nur mit globalen Regulationen und zertifizierten Textilstandards wie dem bluesign System oder dem Higg Index können Textilunternehmen eine umweltfreundliche und nachhaltige Herstellung gewähren. Der Kunde trägt dabei genauso die Verantwortung und entscheidet beim Kauf selbst, welchen Preis er zahlt und welche Auswirkungen sein Konsumverhalten hat.

Das etablierte Familienunternehmen Mey, das inzwischen in dritter und vierter Generation geführt wird, blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zum Thema Nachhaltigkeit zurück: Schon 1997 entwickelte Mey den sogenannten „Schwäbischen Boomerang“, einen recycelbaren Kleiderbügel. „Nachhaltigkeitsprojekte sind wie Leuchttürme für Mey“, resümiert Florian Mey, einer der Geschäftsführer im Familienunternehmen, stolz. Sowohl die persönliche Baumwoll-Auswahl in Peru, als auch die Produktion in unternehmenseigenen Fabriken in Albstadt sollen die Herkunft der Textilien sicherstellen und eine nachhaltige Strategie des Unternehmens garantieren.

Dr. Julian Conrads, Corporate Responsibility Manager bei FOND OF, ist zwar überzeugt, dass eine zu 100 Prozent nachhaltige Produktion kaum gelingen kann, dennoch in den Unternehmenszielen angestrebt werden sollte. FOND OF lege bei seiner Herstellung von Kinder-Rucksäcken, Ledertaschen bis hin zu Lifestyle-Taschen großen Wert auf die Rückverfolgung und Zertifizierung der verwendeten Materialien.

erlich textil-Gründer und WHU-Alumnus Benjamin Sadler verfolgt mit seinem 2016 gegründeten Startup das Ziel, seine Produkte unter dem Motto „Made in Europe“ zu produzieren. Doch als nachhaltiges Startup in der Textilindustrie stieße man auf zahlreiche Hindernisse. Fehlende Transparenz und geringe Bereitschaft der Hersteller, mit einem jungen Startup zu arbeiten, sind nur einige Herausforderungen, denen sich das junge Unternehmen stellen musste.

Die Diskussionsrunde fand im Rahmen der Seminarreihe „Nachhaltigkeit in der Textilindustrie“ von Juniorprofessor Dr. Rainer Rilke statt und gab den Studierenden die Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen.