Montag, 04. Februar 2019

"Wer nichts tut, stimmt zu"

Das fünfte Jahr in Folge fand am 2. Februar die TEDxWHU-Konferenz auf dem Campus der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar statt. Unter dem Motto „Ctrl + Alt + Delete + Rethink“ trugen insgesamt sieben Redner ihre Gründe vor, warum zum jeweils präsentierten Thema der Status quo in Frage gestellt werden sollte.

Besonders eindrucksvoll gelang dies Claudia Kessler, die dafür kämpft, dass mehr Astronautinnen ausgebildet werden und ins All fliegen. „Alle zwölf Deutschen, die im All waren, sind Männer“, berichtet Kessler. Durch die Gründung des Vereins „Die Astronautin“ ist sie jedoch dabei dies zu ändern. Sie selbst verfolgte bereits als kleines Kind die Mondlandung vor dem Fernseher und war so fasziniert von dem, was sie sah, dass sie den Entschluss fasste, selbst Astronautin zu werden. Jedes Land sei stolz auf ihre Astronauten, erklärt Kessler. Sie seien ein Symbol für das Erreichen eines Traumes, den Traum in die Ferne aufzubrechen und die Welt aus einer vollkommen anderen Perspektive zu sehen. Bisher konnten sich diesen Traum aber nur Männer erfüllen, und nur von ihnen haben wir die Eindrücke beschrieben bekommen, wie es sich anfühlt, im Weltall zu sein und auf die Erde zu blicken. Allerspätestens wenn es darum geht einen neuen Planeten zu besiedeln, schlussfolgert Kessler mit zwinkerndem Auge, müssen wir die ersten Frauen ins All schicken, denn sonst wäre die Kolonisierung von Mars und Co schlicht nicht möglich.

Doch nicht nur Claudia Kessler spricht sich dafür aus, eine buchstäblich andere Perspektive einzunehmen und den Status Quo in Frage zu stellen. Olga Miler, Marketing und Innovationsexpertin, genügt ein einziger Satz, um die Kernbotschaft der gesamten Konferenz aussagekräftig zusammenzufassen: „Not acting means to agreeing what happens today.“ („Nicht handeln bedeutet dem zuzustimmen, was heute passiert.“) Mit ihrem Vortrag „How your Money can change the World while you sleep” („Wie Ihr Geld die Welt verändern kann, während Sie schlafen“) wirbt sie dafür, das Verhältnis zum eigenen Geld zu überdenken und dieses nachhaltig zu investieren. Wir sollten Geld nicht bloß als eine Zahl auf dem Bankkonto ansehen, sondern als ein Mittel Gutes zu tun.

Auch Sebastian Klussmann war Redner auf der diesjährigen TEDxWHU-Konferenz. Bekannt wurde Klussmann durch die Fernsehshow „Gefragt-Gejagt“, in der er unter dem Spitznamen „the know-it-all“ bekannt ist. Als Vorsitzender des Deutschen Quiz-Vereins ist er praktisch eine wandelnde Enzyklopädie und weiß auf (fast) jede Frage eine Antwort. In seinem Vortrag verriet er das Geheimnis, sich viel Wissen in kurzer Zeit anzueignen. Laut Klussmann hilft es, ein generelles Interesse für alles und jeden zu entwickeln, wobei Taktiken wie das Visualisieren von Dingen und Verlinken zu bereits Bekanntem helfen. Nur durch ein breites Wissen, so sagt Klussmann, könne man die Gegenwart hinterfragen und eine Art Wissensnetz spannen, das dabei hilft, Zusammenhänge und das große Ganze zu verstehen. 

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