Montag, 18. März 2019

Herausforderungen der Logistikbranche

Am 14. und 15. März 2019 fand der 16. WHU - Campus for Supply Chain Management (CSCM) am Campus der WHU – Otto Beisheim School of Management und in der Stadthalle Vallendar statt. Die Konferenz beschäftigte sich mit der Frage, wie Städte in Zukunft mit der steigenden Paketnachfrage umgehen werden, sowie mit der Rolle von Innovation in der heutigen Logistikwelt.

WHU-Alumnus Maximilian Schaefer, Geschäftsführer von InstaFreight

WHU-Alumnus Maximilian Schaefer, Geschäftsführer von InstaFreight, leitete die Konferenz ein, indem er über die wichtigsten Innovationstreiber in der Logistikindustrie sprach. Schaefer berichtete von seinen eigenen Erfahrungen auf dem russischen Markt, in dem über 90 Prozent der Zahlungen in bar erfolgen würden und mehr Wert auf die Kundenbindung gelegt werde. Schaefer hält dieses Modell für weitaus nachhaltiger und langlebiger. Aufbauend auf diesem Beispiel verglich er Start-ups, die sich vor allem auf Netzwerke sowie auf ihre Kunden konzentrieren, und große Unternehmen, die ihre tägliche Arbeit auf Effizienzsteigerung, korrekte Analysen und kurzfristige Ziele fokussieren. Schaefer argumentiert, dass große Unternehmen nicht agil genug seien, um ein Produkt um den Kunden herum zu entwickeln, und daher keine Innovationen vorantreiben könnten. So seien Start-ups wie InstaFreight langfristig in der Lage, gestandenen Unternehmen große Marktanteile wegzunehmen.

Stefan Stroh, Chief Digital Officer der Deutschen Bahn (DB) sprach darüber, wie sein Unternehmen den Weg in die digitale Zukunft plant. Die größte Herausforderung ist für ihn dabei nicht die Technologie. Für viele Unternehmen ist es von zentraler Bedeutung, ihre Arbeits- sowie vor allem ihre Denkweise im Hinblick auf den Kunden, dynamischere und agilere Methoden und eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen zu ändern. Um dies zu erreichen, hat die DB bereits über 400 Digitalisierungsprojekte gestartet und investiert derzeit in verschiedene Start-ups in den USA, Israel und China. Die erste konzernweite Digitalisierungsinitiative begann 2014. In den Jahren 2019 und 2020 erwartet die Firma „die ersten Früchte“ der zuvor getätigten Investitionen. Ein Kernelement der digitalen Strategie von der DB ist eine Cloud-zentrierte IT-Plattform.

Markus Reckling, Geschäftsführer von DHL Express in Deutschland und seit fast 20 Jahren für das Unternehmen tätig, sprach über den Umgang mit der Stadtlogistik in der heutigen Welt. Reckling glaubt, dass der momentane Urbanisierungstrend viele Chancen und Herausforderungen mit sich bringe. Zu den Herausforderungen gehören unter anderem hohe Verkehrsbelastungen oder Umweltverschmutzung. Reckling schlägt als Lösungsansatz Big Data, flexible Lösungen sowie Automatisierung und Digitalisierung vor. Im Hinblick auf große Datenmengen arbeitet DHL derzeit beispielsweise an der Echtzeit-Routenplanung und der Echtzeit-Fahrzeugverfolgung, um proaktive Maßnahmen ergreifen zu können. 

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