Mittwoch, 13. November 2019

5. Fashion Revolution Night

Am 7. November 2019 fand die fünfte Fashion Revolution Night Düsseldorf unter dem Motto "Changing Business Models in Fashion" statt.

Fashion Revolution ist die größte globale Bewegung, die sich für eine gerechtere und sicherere Modebranche einsetzt. Sie wurde 2013 nach dem Einsturz der Fabrikhalle Rhana Plaza in Bangladesch gegründet und will Menschen und Organisationen zusammenbringen, um die Art und Weise, wie unsere Kleidung produziert und konsumiert wird, radikal zu verändern.

An der 5. Ausgabe der Fashion Revolution Night Düsseldorf nahmen rund 200 Teilnehmer teil, die sich darüber informieren konnten, wie Innovationen von Geschäftsmodellen zu einem Treiber für positive Veränderungen in der Modebranche werden können. Organisiert wurde es vom WHU Entrepreneurship Center zusammen mit Orrick, Herrington & Sutcliffe, HSBC Germany und dem KomKUK Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die beiden Fashion Revolution-Botschafterinnen in Düsseldorf, Dr. Monika Hauck, WHU Entrepreneurship Center, und Anja Gräf, HSBC, begannen mit einer Einführung in die Fashion Revolution-Bewegung und stellten ihre brandneue Website change-room.org vor, die als Wissens- und Community-Plattform für alle Interessierten an nachhaltigen Innovationen in der Mode dienen soll.

Robin Balser vom Startup VinoKilo berichtete von der Geschichte seines Startups und seiner Leidenschaft, alten Kleidern ein neues Leben zu geben. Das Mainzer Unternehmen organisiert jedes Wochenende Pop-up-Events für Vintage-Kleidung - von Mailand bis Oslo. Dort werden Secondhand-Kleidungsstücke in angesagter Atmosphäre auf Bügeln präsentiert und zu einem Kilopreis verkauft. Die Idee zu VinoKilo entstand, als Robin Balser von seinem Vermieter kurzfristig aus seinem Ladenlokal geworfen wurde und er alles so schnell wie möglich verkaufen musste.

Die nächste Rednerin war Thekla Wilkening, Head of Business Development bei STAY AWHILE, einem Mode-Mietservice, der auf dem Geschäftsmodell "Sharing Economy" basiert. STAY AWHILE beteiligt sich auch an dem neu gegründeten Forschungsprojekt "Wear2Share", das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut durchgeführt wird. Ziel ist es, das ökologische und ökonomische Nachhaltigkeitspotenzial anhand von zwei exemplarischen Zyklusmodellen zu untersuchen. Wilkening wies darauf hin, dass man vor der Unternehmensgründung "wissen sollte, ob man wirklich CEO werden will", denn ein kreativer Visionär zu sein, erfordert andere Fähigkeiten als die eines guten Managers.

Schließlich präsentierte der Osloer Seriengründer Kim Leskovsky sein Startup Woolit und gab Einblicke, wie er über eine Strickplattform Produzenten, Designer und Käufer von handgefertigter Kleidung miteinander verbindet und damit die Herstellung von Kleidung grundlegend verändert. Er betonte, dass die Verbraucher einzigartige Stücke wollen. Zu wissen, wer das Kleidungsstück gestrickt hat, gibt ihm eine persönliche Note und lässt es dadurch länger halten. Kim Leskovsky schätzt, dass sogenannte Gigabrands zusammenbrechen und die Produktion von Kleidung lokaler und individueller wird.

Der offizielle Teil des Abends endete mit einer interaktiven Podiumsdiskussion zu dem Thema "The Future of Fashion - Global or Local?", bei der der Mode-Nachhaltigkeitsexperte Max Gilgenmann aus Neonyt Berlin, die Düsseldorfer Designerin Stephanie Pothen, Robin Balser und Melissa Christov, Mitgründerin des Upcycling-Labels Humans for Up, über Möglichkeiten und Herausforderungen globaler Lieferketten, den Einsatz von Recyclingmaterialien sowie lokale Herstellungsverfahren diskutierten.