Montag, 18. November 2019

WHU Diversity Day 2019

Warum ist Diversity im heutigen Arbeitsumfeld wichtiger denn je? Dies war nur eine der Kernfragen des diesjährigen Diversity Days, der am 15. November 2019 auf dem Campus der WHU – Otto Beisheim School of Management stattfand. Unternehmensvertreter von Google, Oliver Wyman und der in London ansässigen Equality Group verdeutlichten während mehrerer Workshops, Key Notes sowie einer Podiumsdiskussion und anschließenden Weinprobe die steigende Relevanz des Themas.

WHU-Alumnus Tobias Eppler beim WHU Diversity Day

Diversity ist ein vieldiskutiertes Thema. Die meisten Unternehmen verstehen inzwischen die Wichtigkeit und wollen divers sein, doch nur die wenigsten sind es. Viele nutzen Quoten, um ihre anvisierten Ziele zu erreichen, allein reichen diese jedoch nicht aus. Es gibt zahlreiche Studien darüber, warum vor allem intrinsisch motivierte Vielfalt wichtig ist. Felicia Afarwuah von Google zitierte in diesem Zusammenhang unter anderem den McKinsey Diversity Report, nach dem divers-aufgestellte Teams bis zu 35 Prozent erfolgreicher sind als nicht-diverse. Der Hauptgrund hierfür sei, dass Personen gleichen Ursprungs auch gleiche Entscheidungen treffen würden. Insbesondere für internationale Unternehmen, die sich mit globalen Produkten an verschiedenste Kundengruppen richten, sei Diversity somit eine der zentralen Grundvoraussetzungen für nachhaltigen Erfolg.

Dass ein nicht-divers aufgestelltes Team auch negative Externalitäten hervorrufen kann, beschrieb Dominik Weh, WHU-Alumnus und Partner bei Oliver Wyman: „Die Finanzkrise ist das Resultat von zu wenig Diversität.“ Mit dieser Aussage spielte Weh darauf an, dass das Team des Internationalen Währungsfonds, welches die Anzeichen für die drohende Finanzkrise hätte frühzeitig erkennen müssen, nur aus weißen Männern bestand, die die gleiche Bildung genossen und über einen nahezu identischen Lebenslauf verfügten. Somit hätte keiner von ihnen die tatsächlich Lage erkannt und eingegriffen. Afarwuah erklärte während ihres vorausgegangenen Workshops hingegen, dass es für effektive Teams einer Google-Studie zufolge nicht nur wichtig sei, wer Teil des Teams ist, sondern vielmehr wie die einzelnen Teammitglieder miteinander interagieren. Hierfür sei der Haupttreiber Psychologische Sicherheit. Man müsse sich in seiner Umgebung sicher und akzeptiert fühlen, um seinen Gedanken freien Lauf lassen zu können. Nur so könne man Vertrauen aufbauen und langfristig erfolgreich zusammenarbeiten.

In seiner Key Note Speech beschrieb Weh jedoch auch, dass Vielfalt der Integration folgen müsse. Ein diverses Team helfe nichts, wenn man es in der Firmenkultur nicht integrieren kann oder will. Dies sei auch einer der Gründe, warum Quoten allein nicht helfen würden. Am Ende war es Tobias Eppler, Mitbegründer der Initiative Diversity at WHU, der die Veranstaltung treffend zusammenfasste: „Diversity ist kein Selbstverständnis, diverse Kulturen müssen aktiv gewollt und aufgebaut werden.“