Donnerstag, 23. Januar 2020

Die Bedeutung guter Abschlussarbeiten

Abschlussarbeiten werden oft als lästige Formalitäten gesehen. Dabei können sie so viel mehr sein. Richtig angepackt kann die Masterarbeit den Weg zum Traumjob ebnen. Prof. Dr. Nadine Kammerlander, Inhaberin des Lehrstuhls für Familienunternehmen und Leiterin des gleichnamigen Instituts an der WHU – Otto Beisheim School of Management, hat in einem Interview mit der WirtschaftsWoche verraten, was eine erfolgreiche Abschlussarbeit ausmacht und welche Möglichkeiten eine solche für die späteren Berufsaussichten bieten kann.

Rund muss sie sein, ein spannendes und relevantes Thema bedienen, aktuelle Forschungsliteratur berücksichtigen und eine robuste Datenanalyse aufweisen – die gelungene Abschlussarbeit. Zwei weitere Zutaten vervollkommnen das Rezept zum Erfolg: interessante Schlussfolgerungen und eine verständliche sowie ansprechende Schreibweise. Relevante Themen sind in Dr. Kammerlanders Augen vor allem jene, die sich mit aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen wie digitalen Technologien, Nachhaltigkeit oder Künstlicher Intelligenz in Industriebetrieben beschäftigen. Darüber hinaus gilt: Fokussieren. Schlecht eingegrenzten Arbeiten fehle oft die Tiefe und Aussagekraft.

Ein Thema oder eine Methodik, die zum potentiellen Arbeitgeber passt, können die Chancen auf eine Einstellung erhöhen, erst recht, wenn sie mit einer guten Note einhergehen. Denn was Masterarbeiten vor allem beweisen, ist das Vorhandensein verschiedener Kompetenzen, die auch im Berufsleben von Bedeutung sind. Nicht nur garantieren sie umfangreiches Wissen über ein bestimmtes Thema, sondern auch eine selbstständige Arbeitsweise.

Auch die Veröffentlichung der Abschlussarbeit kann die Karrierechancen steigern. Ist diese gut, schafft sie womöglich den Sprung in eine hochkarätige Fachzeitschrift und erlangt so auch wissenschaftliches Prestige. Dr. Kammerlander weist darauf hin, dass Masterarbeiten wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse liefern können, auch wenn sie aufgrund der zeitlichen Beschränkung und der in der Regel fehlenden Erfahrung eher kleinere Beiträge leisten. Dass viele Masterarbeiten nur von den jeweiligen Betreuenden gelesen werden, sieht sie als verschenktes Potential. Die Möglichkeit zur Veröffentlichung und zum Teilen der Erkenntnisse biete zum Beispiel das Junior Management Science Journal (JUMS). Ebenso besteht die Option, am Supermaster-Wettbewerb der WirtschaftsWoche teilzunehmen, der die beste wirtschaftswissenschaftliche Masterarbeit auszeichnet und auf 25.000 € dotiert ist. Dr. Kammerlander sitzt in der Jury.

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