Montag, 23. März 2020

„Tradity meets WHU“ wird virtuell

Unter dem Eindruck der aktuellen Corona-Krise hat am vergangenen Wochenende vom 21. bis 22. März auch das Börsenplanspiel „Tradity meets WHU“ gestanden. Da es momentan nicht zu leisten ist, Veranstaltungen mit einer Vielzahl von Schülern auf dem Campus der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar durchzuführen, musste das Planspiel kurzerhand online gehen. Dennoch zur Freude von Teilnehmenden und Studierenden: Die einen konnten, wenn auch in etwas reduzierter Form, von Zuhause aus an den spannenden Vorträgen und der Simulation teilhaben, für die anderen war der monatelange Organisationsaufwand nicht umsonst.

Dank der großen Flexibilität der organisierenden Studierenden konnte „Tradity meets WHU“ in diesem Jahr über die Plattform „zoom“ angeboten werden und als Videokonferenz stattfinden. Den ersten Vortrag gab es dabei von Multitalent Aya Jaff. Die Deutsch-Irakerin hat als Programmiererin und Startup-Gründerin von sich reden gemacht und erschien unter der Kategorie „Leadership“ schon auf der 30 under 30-Liste des Forbes Magazines. Im Sinne von „Tradity“ berichtete sie den jungen Menschen, wie sie ihr Geld an der Börse gewinnbringend anlegen können – und das auch mit zunächst kleineren Beträgen. Jaff bevorzugt einen langfristigeren Ansatz statt des Tageshandels und empfahl schon früh in Zukunftsbranchen zu investieren. Spannende Einblicke gewährte sie den Schülern auch in ihr eigenes Leben und wie sie schon mit Anfang 20 in den unterschiedlichsten Bereichen Erfolge verbuchen konnte.

Als zweiten Sprecher an diesem Tag gab es für die Schüler beim Börsenplanspiel Sebastian Kuhnert zu hören. Er lebt mittlerweile in Dänemark und arbeitet bei chess24 als CEO und als COO bei der Play Magnus Group. Nach seiner Einschätzung werden die Börse und deren Möglichkeiten im europäischen Raum viel zu wenig genutzt. Kuhnert hält es für die meisten für sinnvoll, zumindest in ETFs zu investieren, auch wenn er Aktien für noch besser hält. Einig war er sich mit seiner Vorrednerin darin, dass man einen langen Atem haben sollte. Auch wenn beispielsweise die Corona-Situation bald kurzfristige, schnelle Gewinne an der Börse versprechen sollte, sollten sich Investoren nicht zu sehr von der Euphorie tragen lassen, sondern nüchtern abwägen. In diesem Kontext stellte er auch die Vorteile heraus, die Denksportler beispielsweise aus Schach und Poker in Krisenzeiten aufgrund ihrer strategischen Handlungsweise hätten.

Auch wenn „Tradity meets WHU” in diesem Jahr nicht in seinem kompletten Umfang stattfinden konnte, gab es für die Schülerinnen und Schüler spannende Vorträge zu hören und Einblicke in die Finanzwelt, die ansonsten im Unterricht eher selten auf der Tagesordnung stehen. Mit dem Planspiel war es für sie im Rahmen der Veranstaltung ohne Risiko möglich, schon einmal erste, simulierte Investments zu tätigen und Börsenluft zu schnuppern.