Montag, 02. September 2019

10 Jahre In Praxi Outstanding Thesis Award

Zum Anlass des zehnjährigen Jubiläums der Verleihung des „In Praxi Outstanding Thesis Award“ durch die WHU Alumni Association In Praxi e.V. hat die WHU eine Interviewreihe initiiert. Den Beginn machen zwei Alumni, die selbst Mitglieder des In Praxi e.V. und Teil der Jury sind, die den Award verleiht.

1. Was waren die Überlegungen hinter dem In Praxi Award? Welches Ziel sollte mit Einführung des Awards erreicht werden?
Rebecca Stallbaumer:
Generell setzt sich In Praxi ja für möglichst enge und möglichst vielfältige Verbindungen der WHU und ihrer Studierenden mit den Alumni ein, bspw. durch finanzielle Unterstützung oder das Beisteuern von Expertise. Beim In Praxi Award war es uns wichtig, als Ehemalige einen starken inhaltlichen Akzent zu setzen. Wir wollten zeigen, wie sehr wir die wirkliche spannende Forschungsarbeit wertschätzen, die unsere Studierenden zum Teil im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten leisten.

Michael Rzesnitzek: Und es ging uns auch darum, die Studierenden zu ermutigen, bei ihrer Themenwahl über den „Tellerrand“ der BWL hinauszublicken und an Fragestellungen zu arbeiten, die für die Gesellschaft als Ganzes relevant sind.

2. Wie setzt sich die Jury zusammen?
RS:
Der Award deckt ja eine sehr große Bandbreite an Themen ab, und das spiegelt sich auch in den Profilen der Jurymitglieder wider. So bringen sie bspw. Erfahrung in den Bereichen Social Enterprise, Medien oder der Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor mit. Außerdem ist die Jury immer je zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzt.

3. Woraus besteht der Award?
MR
: Der Award ist mit €1,000 dotiert und wird jeweils bei den Graduierungsfeiern offiziell übergeben. Außerdem bieten wir den Preisträgern an, dass wir sie – je nachdem welche Themen sie beruflich umtreiben – mit einem erfahrenen Alumnus oder einer Alumna als MentorIn zusammenbringen. Hier nimmt sich also nochmal jemand aus dem In Praxi Netzwerk, der oder die schon 15 bis 20 Jahre Erfahrung mitbringt, die Zeit, jüngeren Absolventen die ein oder andere langfristigere Perspektive zu vermitteln.

4. Hat sich der Award in den letzten 10 Jahren verändert? Gibt es Pläne, den Award in der Zukunft anders zu gestalten?
RS
: Wir sind ursprünglich mit einem Award gestartet und haben aus allen eingereichten Bachelor- und Masterarbeiten die „passendste“ ausgezeichnet. Seit 2016 zeichnen wir jeweils eine Bachelor- und eine Masterarbeit aus. Das Mentorenmatching für die PreisträgerInnen haben wir vor zwei Jahren eingeführt. Für dieses Jahr ist erstmal keine Weiterentwicklung geplant – aber wir sind da für Ideen immer offen.

5. Welche Kriterien muss eine Arbeit erfüllen, damit sie für den In Praxi Award in Frage kommt?
RS:
Der In Praxi Award berücksichtigt grundsätzlich nur Arbeiten, deren Fragestellungen eine gewisse gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. Anhand dieses Kriteriums erstellen wir im ersten Schritt eine Shortlist – die wir seit letztem Jahr auch bekanntgeben – und aus der die Jury dann eine endgültige Auswahl trifft.

6. Wie wird der Preisträger des Awards ermittelt? Nach welchen Kriterien wägt die Jury zwischen den eingereichten Arbeiten ab?
MR:
Konkret wägen wir nach drei Kriterien ab. Erstens, der Innovationsgrad der Arbeit, also ob neue, überraschende und/oder kontraintuitive Erkenntnis gewonnen wurden. Zweitens, die Berücksichtigung unterschiedlicher, auch konträrer, Perspektiven in der Aufarbeitung des Themas. Und drittens, das Wirkungspotential der Arbeit, also die Frage, inwieweit aus der Analyse konkrete und nützliche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Wenn mehrere Arbeiten von der Shortlist hier gleich oder ähnlich gut abschneiden, dann hinterfragen wir nochmal die gesellschaftliche Relevanz. Wir wollen ja den Mut auszeichnen, einen gewissen Beitrag zu wirklich wichtigen Fragen zu leisten, bspw. in den Bereichen Migration, demographischer Wandel oder Klimawandel.

7. Was motiviert euch zu eurem Engagement beim In Praxi Award?
RS:
Mir macht es einfach total Spaß, ganz nah an den Themen dran zu sein, die die Studierenden gerade so umtreiben. Die Bandbreite dessen, womit sie sich beschäftigen, ist riesig. Ich lerne da auch eine Menge und habe das Gefühl, ich bleibe ein bisschen „am Puls“ der jungen Generation.

MR: Das sehe ich genauso. Bei der Beschäftigung mit den Arbeiten empfinde ich sogar ein wenig Stolz: toll, dass unsere Hochschule, so viele so fähige Studierende für sich interessieren und ausbilden kann. Es ist beeindruckend zu sehen, wieviel Kreativität, Fleiß und Intelligenz in den Arbeiten steckt. Besonders gefällt mir, dass viele der Arbeiten echte gesellschaftliche Relevanz haben und aus Ihnen der Wunsch der Autoren spricht, einen Beitrag zur Verbesserung unserer Welt zu leisten. Hört sich pathetisch an, ist aber auch so.

8. Wie kann man den In Praxi Award als Alumnus/Alumna unterstützen?
RS:
Wenn jemand sich vorstellen kann, als MentorIn aktiv zu werden oder perspektivisch gerne in der Jury mitwirken würde, sollte der- oder diejenige sich unbedingt bei mir melden.

MR: Natürlich ist die Qualität von Abschlussarbeiten immer nur so gut, wie die empirische Basis, mit der die Studierenden arbeiten können. Wer also mit seinem Unternehmen spannende Themen für Abschlussarbeiten ausschreiben kann, sollte das auf jeden Fall tun. Und wenn ihr mal wieder eine Interviewanfrage oder einen Fragebogen bekommt, gebt euch einen Ruck und unterstützt unsere Studierenden!

#1: "Corporate Social Responsibility" - 10 Jahre In Praxi Award

#2: "Netzneutralität" - 10 Jahre In Praxi Award