Donnerstag, 31. August 2017

Auswirkungen des Klimawandels auf Asien

Vor Kurzem sind die USA offiziell aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Donald Trump zeigt sich schon seit Langem als Klimaskeptiker und grenzt sich damit deutlich von seinem Vorgänger Barack Obama ab. Neben dem US-amerikanischen Präsidenten gibt es zahlreiche weitere namenhafte Kritiker eines durch Menschen verursachten Klimawandels, wie den ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus und Sarah Palin, die ehemalige Gouverneurin von Alaska. Dass die Folgen des Klimawandels jedoch real und nicht zu unterschätzen sind, zeigt ein Bericht der Asian Development Bank über die Auswirkungen des Klimawandels für Asien.

Südostasien könnte durch die Folgen des Klimawandels vor allem von extremer Hitze betroffen sein

Die Ergebnisse allgemeiner Vorhersagen zeigen, dass in Ostasien das Risiko für Flutkatastrophen in fast allen feuchten asiatischen Monsunregionen durch den Klimawandel steigen werde. Wird die Volksrepublik China ihre Emissionen nicht verringern, werde die Luftverschmutzung dort zunehmen. Im Nordwesten des Landes werde sich die Sommertemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 8 Grad erhöhen, wenn die globalen Treibhausemissionen weiter steigen.

Trockenheit, Dürre und Wasserknappheit seien die Folgen dieser Klimaveränderungen in China. Infolgedessen werden insbesondere die Menschen aus den höheren Regionen, sowie aus den nördlichen und nordwestlichen Teilen des Landes und Bewohner der südöstlichen Küstenregionen zur Migration gezwungen. Auch in den kleinen Inselstaaten im Pazifik werde es, hervorgerufen durch massiven Verlust von Lebensraum aufgrund des steigendenden Meeresspiegels, zu vermehrter Migration kommen.

Südostasien sei vor allem von extremer Hitze betroffen. Der Bericht rechnet aber auch mit schweren Regenfällen, die zu heftigen Flutkatastrophen führen könnten, wenn der weltweite Temperaturanstieg anhält. Die Folgen des Klimawandels würden die Nahrungssicherheit in Südostasien ernsthaft gefährden. Mehrere Studien belegen, dass sich insbesondere die Getreide- und Reisernte verringern würde. 

Auch Korallenriffe im Westpazifik leiden unter einem künftigen Klimawandel. Heute beherbergen sie noch etwa ein Drittel des weltweiten Korallenvorkommens, sowie 76 Prozent aller bekannten Korallenarten. Eine globale Erwärmung um 4 Grad könnte alle Korallenriffe im Westpazifik aufgrund massiver Korallenbleiche zusammenbrechen lassen. Sogar bei einer Erhöhung um 1,5 Grad wird erwartet, dass 89 Prozent der Korallenriffe unter Korallenbleiche leiden. Das werde vor allem die Fischerei sowie den Tourismus in Südostasien nachhaltig beeinflussen.

Die WHO geht davon aus, dass der Klimawandel bis in die 2030er Jahre bis zu 800 zusätzliche kindliche Todesfälle durch Durchfallerkrankungen verursachen wird. Darüber hinaus erwartet sie auch einen Anstieg von Malaria-Todesfällen durch die Folgen des Klimawandels in Südostasien. Auch in Südasien würden die Sterberate von Kindern, sowie Erkrankungen und Todesfälle durch Malaria dramatisch ansteigen.

In Zentralasien werde insbesondere die Sterblichkeit von unter fünf Jahre alten Kindern durch Unterernährung zunehmen. Dies ist vor allem auf die negativen Auswirkungen des Klimawandels und steigender Temperaturen auf die Getreideernte zurückzuführen. Der jährliche durchschnittliche Niederschlag könnte sich in Ländern wie Pakistan und Afghanistan im späten 21. Jahrhundert um 20 bis 50 Prozent verringern.

Link zur Studie


Co-Autorin des Berichts ist Dr. Nicole Glanemann, Juniorprofessorin für Klimaanpassungsstrategien an der WHU – Otto Beisheim School of Management. Glanemann arbeitet mit der Supply Chain Management Group der WHU an Forschungsthemen, die die Nachhaltigkeit von Supply Chains betreffen. Zusätzlich leitet sie das Flaggschiff-Projekt „Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). In enger Kooperation mit der Forschungsgruppe „Globale Anpassungsstrategien“ erforscht sie die Auswirkungen des Klimawandels auf globale Infrastrukturen und globale Versorgungsketten. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Weiterentwicklung der ökonomischen Theorie zu der Anpassung an und der Absicherung gegen die Folgen der globalen Erwärmung. Sie wurde zum 1. Mai 2015 gemeinsam von der WHU und dem PIK auf die Juniorprofessur für Klimaanpassungsstrategien berufen.

Medienbericht der FAZ

Dr. Nicole Glanemann, Juniorprofessorin für Klimaanpassungsstrategien an der WHU