Montag, 27. November 2017

Diversität als Chance

Auch wenn das Wort „Diversität“ im Jahr 2017 längst ein etablierter Begriff ist und „Gleichstellung“ auf der Agenda vieler Unternehmen steht: Im Alltag stehen viele Mitarbeiter - männlich wie weiblich - am Arbeitsplatz vor einer unsichtbaren Mauer.

Noch heute verdienen Frauen im Schnitt rund 20 Prozent weniger als Männer, in Führungsetagen sitzen Frauen nicht selten alleine zwischen einer Vielzahl an Männern. Auch wer einen anderen kulturellen Hintergrund mitbringt oder aufgrund seiner sexuellen Orientierung einer Minderheit angehört, hat es im Betrieb oft nicht leicht. Tuscheleien, kleine Anspielungen oder das Festhalten an Stereotypen sorgen nicht selten dafür, dass Mitarbeiter einen wichtigen Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz verschweigen oder verschleiern. Dabei sind sich Wissenschaftler längst einig, dass Mitarbeiter ihr volles Potential nur dann ausschöpfen, wenn sie sich am Arbeitsplatz in ihrer individuellen Persönlichkeit möglichst frei entfalten können.

Der Frage, wie Unternehmen das Potential diverser Arbeitnehmer fördern und möglichst für sich nutzen können, ging der zweite Diversity Day der WHU nach. Das abwechslungsreiche Programm, bestehend aus Diskussionsrunde, Workshops und gemeinsamen Abendessen, stand unter dem Motto „Managing Diversity - Leveraging the Full Potential“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Miriam Müthel, die an der WHU den Lehrstuhl für Organizational Behavior leitet. „Studien belegen, dass all die von Unternehmen durchgeführten Diversity-Kurse keinerlei Wirkung haben“, erklärte die Wissenschaftlerin. „Viel mehr müssen Unternehmen Mitarbeiter mit diversen Hintergründen in Teams zusammenbringen. Nur im direkten Kontakt lassen sich Vorurteile und Stereotype überwinden.“ Die Führungskraft müsse so geschult sein, dass sie in der Lage ist, jedes Teammitglied so in die Arbeit einzubinden, dass er oder sie beweisen kann, ein vollwertiges Mitglied der Gruppe zu sein – und zwar aufgrund und nicht trotz des individuellen Hintergrundes. Vertreter von Oliver Wyman, McKinsey, Axel Springer und der ehemaligen Vereinigung „Ladies@WHU“ lieferten spannende Eindrücke aus ihren ganz persönlichen Erfahrungen und gaben den rund 40 teilnehmenden Studierenden in drei auf Diversität und Inklusion fokussierten Workshops die Möglichkeit zum persönlichen Austausch.

Organisiert wurde der Diversity Day von der Diversity & LGBT-Gruppe der WHU. Der Zusammenschluss aktueller und ehemaliger Studierender der WHU zum gemeinsamen Austausch und zur allgemeinen Förderung des Themas Diversity an der WHU.