Dienstag, 19. Februar 2019

Förderung regionaler Innovationen

WHU-Studie ergibt Notwendigkeit einer strengen Auswahl, ehrgeiziger Projekte und einer vertrauenswürdigen Unternehmensführung

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Mit Hilfe von europäischen Fördermitteln investieren Provinzen und Kommunen in ganz Europa massiv in Projekte, die zu Innovation und Wirkung in kleinen und mittelständigen Unternehmen beitragen müssen. Neue Untersuchungen zeigen, dass die Anwendung eines strengen Auswahlverfahrens mit unabhängigen Expertengremien ein fruchtbarer Ansatz ist, der die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Durchführung von Projekten maximiert.

Koordiniert wurde diese Forschung von Prof. Dr. Dries Faems, der derzeit den Lehrstuhl Entrepreneurship, Innovation und Technologische Transformation an der WHU - Otto Beisheim School of Management innehat. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen von der Universität Groningen untersuchte er Hunderte von Projekten, die im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) von vier niederländischen regionalen Innovationsprogrammen gefördert werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die niederländischen EFRE-Programme Projekte auswählen, die potenziell zu innovativeren KMU beitragen. In den meisten Projekten arbeiten KMU und/oder Wissenseinrichtungen beim Wissensaustausch und bei der Innovation zusammen. Die Forschung zeigt, dass Projekte ohne diese Unterstützung nicht umgesetzt worden wären. Eine große Mehrheit der Befragten erwartet, dass eine unabhängige Finanzierung oder alternative Finanzierung schwierig gewesen wäre.

Die Forschungsergebnisse zeigen auch, dass die Mehrheit der geförderten Projekte die erwarteten Ziele erfolgreich realisiert. Die Forscher plädieren jedoch für ambitioniertere Projektziele. Prof. Dries Faems betont: "Die überwiegende Mehrheit der aktuellen Projekte zielt darauf ab, eine gesunde Geschäftstätigkeit zu schaffen, die regionale Auswirkungen hat. Es besteht jedoch Bedarf an Projekten, die darauf abzielen, auf internationaler Ebene führend zu werden, da sie langfristig wirklich einen Unterschied für die strukturelle Entwicklung der Regionen machen können. "

Mit der Einführung der niederländischen EFRE-Programme wurde beschlossen, mit Expertenausschüssen zusammenzuarbeiten, in denen unabhängige Experten Projektanträge prüfen. Die Qualität der Anwendungen hat sich im Laufe der Jahre deutlich erhöht. Eine wichtige Rolle spielte nach Ansicht der Forscher das unabhängige Expertengremium. "Der Bericht betont die Bedeutung des Expertenausschusses als strenger Torwächter, der die Auswahl hochwertiger Projekte garantiert. Wir plädieren daher für eine strenge Auswahlpolitik, bei der die Unabhängigkeit der Fachausschüsse im Mittelpunkt steht. Das ist sicherlich nicht selbstverständlich und erfordert ständige Aufmerksamkeit", sagt Professor Faems.

Die Teilnehmer geben an, dass der administrative Druck, den die Durchführung eines EFRE-Projekts mit sich bringt, die Umsetzung der Ergebnisse behindern oder verzögern kann. Die Forscher empfehlen, dass die Programmleiter und Kontrollorgane versuchen, einen kulturellen Wandel zu realisieren. Sie schlagen vor, eine schlanke und vertrauensbasierte Projektkontrollstruktur in Kombination mit der gut funktionierenden, strengen Auswahl am Gate aufzubauen. Der Schwerpunkt der Inspektionen sollte demnach in der Projektauswahlphase liegen. In der anschließenden Ausführungsphase sollte der Verwaltungsaufwand auf das notwendige Minimum reduziert werden.