Dienstag, 24. Juli 2018

Fünf Fragen an home24

WHU-Alumnus und Vorstandsmitglied von home24 Marc Appelhoff spricht im Interview über den erfolgreichen Börsengang des Online Home & Living Unternehmens Mitte Juni

Der home24-Vorstand: Philipp Kreibohm, Christoph Cordes, Marc Appelhoff und Johannes Schaback (v.l.n.r.) / Quelle: home24

Das 2009 gegründete Startup home24 hat sich zur führenden Online Home & Living E-Commerce Plattform in Kontinentaleuropa und Brasilien (dort unter der Marke „Mobly“) entwickelt. Seinen Kunden bietet home24 eine Auswahl an über 100.000 Produkten – von der Nachttischlampe über Stuhl, Gartenliege und Bett bis hin zum Sofa findet man hier alles für sein Zuhause. Die Möbel werden kostenfrei nach Hause geliefert, und zwar unabhängig von Größe und Gewicht. Weltweit beschäftigt home24 mehr als 1.000 Mitarbeiter. Zum Vorstand des in Berlin ansässigen Unternehmens gehören neben den beiden WHU-Alumni Marc Appelhoff und Christoph Cordes auch Dr. Philipp Kreibohm und Johannes Schaback. Am 15. Juni ging home24 erfolgreich an die Börse. Die Aktie startete mit 28,50 Euro deutlich über dem endgültigen Angebotspreis von 23,00 Euro in den Handel und stabilisierte sich anschließend sogar noch über diesem Niveau.

Marc, wann beschließt man mit seinem Start-up den großen Schritt an die Börse zu gehen?

So eine Entscheidung trifft man nicht allein. Da gibt es die Kollegen, mit denen man in den vergangenen Jahren daran gearbeitet hat, home24 zum führenden Online Home & Living Unternehmen aufzubauen. Darunter übrigens auch einige von der WHU, wie natürlich mein Vorstandskollege Christoph Cordes, aber auch Brigitte Wittekind, die für home24 den Bereich Operations verantwortet, sowie unser Marketingleiter Sascha Vitzthum. Dazu kommen Berater bei Banken und Anwaltskanzleien, die einen bei der Entscheidung unterstützen. Natürlich haben wir uns auch eng mit dem Aufsichtsrat und unseren Investoren abgestimmt. Für uns war das Umfeld ideal. home24 wächst und entwickelt sich in Richtung Gewinnzone. Gleichzeitig hatten wir im Unternehmen selbst die Weichen für das zukünftige Wachstum gestellt, etwa indem wir die IT- und Logistiksysteme angepasst hatten. Dazu kam ein günstiges Kapitalmarktumfeld, so dass wir uns schlussendlich gemeinsam zu diesem Schritt entschlossen haben.

Was kann bei einem Börsengang schiefgehen? Welche Gedanken hast Du Dir am Abend vorher gemacht?

Viel Zeit zum Nachdenken gab es am Vorabend nicht, denn wir saßen mit einer großen Gruppe von home24 im Zug von Berlin nach Frankfurt. Dort haben wir alle im Hotel übernachtet, um am nächsten Tag gemeinsam zur Börse zu fahren. Das ist dann natürlich schon ein sehr emotionaler Moment.

Hast Du Dir bei jemandem Tipps für den Börsengang geholt?

Natürlich holt man sich dafür den Rat von Experten. Ein Börsengang läuft ja nach ganz genau definierten Regeln ab, das reicht von der Planung der Roadshow, bei der man Investoren für sich gewinnen will, bis hin zur Festlegung des Angebotspreises. Gleichzeitig sind wir alle im Vorstand auch Teil der Gründerszene hier in Deutschland, von denen manche vor uns schon den Schritt an die Börse gemacht haben. Am Ende denke ich aber, dass dieses Erlebnis für jedes Unternehmen einzigartig ist. Bei uns kam dazu, dass die Erstnotiz nochmal deutlich über dem Angebotspreis lag und dieses Niveau auch gehalten hat. Das war für uns noch mal ein zusätzliches Highlight, denn auf so einen Erfolg hofft man ja, kann ihn aber nicht voraussetzen.

Wie läuft der Tag aus Sicht der Unternehmensleitung ab und was war der schönste Moment?

Da gab es viele besondere Momente, einen herauszugreifen fällt da schwer. Sicherlich gehört die bereits erwähnte Zugfahrt dazu, die etwas von der gelösten Stimmung eines Klassenausflugs hatte. Dann natürlich der Moment, in dem man gemeinsam die berühmte Glocke läutet. Aber auch, dass so viele Wegbegleiter etwa von Banken, aus Kanzleien und dem Aufsichtsrat an dem Tag auch zu uns aufs Parkett gekommen sind, hat uns wirklich gefreut. Uns war immer wichtig, dass dies ein ganz besonderer Tag für alle Homies ist, daher haben wir das Event live übertragen. Als ich vom Börsenparkett alle Mitarbeiter und unsere Familien gegrüßt habe, war das sicherlich einer der emotionalsten Momente. Denn sehr viele Kollegen haben sehr hart für diesen Börsengang gearbeitet. Und viele Familien und Lebenspartner mussten in der Zeit mitunter auch zurück stecken. Wir alle im Vorstand waren uns bewusst, dass dieses Commitment keine Selbstverständlichkeit ist.

Was würdest Du nach Deinen Erfahrungen jedem Gründer und Unternehmer raten, der über einen Börsengang nachdenkt?

Sucht Euch ein gutes Team, zeigt Durchhaltevermögen, arbeitet mit externen Beratern, denen Ihr vertraut, und hört zu. Und wenn es soweit ist: genießt den Moment. Denn danach geht es wieder mit voller Geschwindigkeit weiter. Der Gang an die Börse ist immer nur ein Zwischenschritt in der Entwicklung eines Unternehmens, das ist bei uns nicht anders. Jetzt können wir weiter hart daran arbeiten, home24 international zu dem Online-Shop für all diejenigen zu etablieren, die ihr Zuhause schöner machen wollen. Und mit dem eingesammelten Kapital die dafür relevanten Stellen im Unternehmen schaffen, und sie mit großartigen neuen Kollegen besetzen. 

Website home24

Quelle: home24