Dienstag, 26. April 2016

HiMate gewinnt den SocialPitch@Sens 2016

Bei der diesjährigen SensAbility – The WHU Social Entrepreneurship Conference konnte das Team von HiMate die gesamte Jury des SocialPitch für sich begeistern. Thomas Noppen und Thomas Schindler stellten bei der dritten Ausgabe des SocialPitch ihr Sozialunternehmen HiMate vor, das Flüchtlinge und Unternehmen auf einer Plattform verbindet. HIMate erleichtert den Spendenprozess und die Zuordnung von Sachspenden und intensiviert gleichzeitig den Kontakt von Geflüchteten mit Deutschen.

Die politische Debatte drehte sich in den vergangenen Wochen und Monaten fast nur noch um eine Frage: Wie verhindern wir, dass weiterhin so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen? Dabei hat die Politik eine mindestens genauso wichtige Frage aus den Augen verloren: Wie können wir den Menschen, die bereits da sind, bestmöglich helfen? Hier setzt HiMate aus Berlin an. Das Social Startup, das von mehreren Jungunternehmern gegründet wurde, will alle, die neu in Deutschland sind, schnell integrieren. Das ist die politische Dimension. Und es will die Hilfsbereitschaft von Unternehmen effizienter steuern. Das wiederum ist die ökonomische Dimension.

Mit seiner App schafft HiMate eine Austauschplattform. Firmen können ihre Sachspenden - von Spielzeug über Kinokarten bis zur Mitgliedschaft im Fußballverein - anbieten, Flüchtlinge können sie sich online reservieren und dann vor Ort abholen. Der Mechanismus erfolgt per Gutschein - so wie durch Groupon und DailyDeal bekannt, aber eben mit kostenlosen Angeboten.

Wie kam es zur Idee, HiMate zu starten? Am Anfang stand bei den Initiatoren der Wille, sich für Flüchtlinge zu engagieren. Sie suchten also die Straßburger Straße in Prenzlauer Berg auf, wo hunderte Flüchtlinge in einer ehemaligen Schule leben. Die ersten Versuche waren jedoch ernüchternd. Es war unglaublich mühsam, zu den zuständigen Leuten in der Flüchtlingsunterkunft vorzudringen. Sie beobachteten, dass es zwar viele Einzelinitiativen von Firmen gibt, die Sachspenden an den entsprechenden Sammelstellen abgeben. Zu echten Begegnungen mit Flüchtlingen kam es in diesen Fällen aber eher selten. Umgekehrt gab es vonseiten der Geflüchteten Berührungsängste. Aufgrund der Sprachbarriere blieben viele von ihnen die meiste Zeit innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte.

Heute ist HiMate ein Team von über 30 Ehrenamtlichen, unter anderem auch Andreas Müller, 20. Jahrgang der WHU, sowie Thomas Noppen als erster Hauptamtlicher und Geschäftsführer von HiMate. Unterstützt wird die Initiative von vielen großen und kleinen Unternehmen und Organisationen, darunter zum Beispiel delodi und Project A aus Berlin und der Entrepreneur's Pledge.

Für Firmen hat HiMate den Vorteil, dass sie sich nicht mehr dezentral an Flüchtlingsheime wenden müssen, um herausfinden, welche Sachspenden überhaupt gebraucht werden. Und sie müssen auch nicht mehr darauf setzen, mit etwas Glück eine Antwort von den überlasteten Ehrenamtlichen zu bekommen. Mit HiMate können Unternehmen ihre Angebote schneller dorthin bringen, wo echter Bedarf ist - und das bei unbegrenzter Reichweite und wenig Aufwand.

Für die Flüchtlinge hat HiMate nicht nur den Vorteil, dass sie Dinge bekommen, die sie dringend brauchen oder die ihren Alltag schöner machen. Sie kommen auch raus aus der Isolation der Flüchtlingsheime. HiMate setzt vor allem auf kleine Betriebe, etwa Einzelhändler vor Ort. Holt sich ein Flüchtling das Produkt direkt im Geschäft ab, lernt er sein Umfeld besser kennen und knüpft entsprechende Kontakte.

SocialPitch@Sens ist ein Gründerwettbewerb, der im Rahmen der jährlich von Studenten organisierten SensAbility – The WHU Social Entrepreneurship Conference stattfindet. Die Konferenz mit 200 Teilnehmern hat es sich zum Ziel gesetzt Studenten mit sozialen und doch profitablen Unternehmertum zu verbinden. Während des SocialPitch@Sens stellten sich Thomas Noppen und Thomas Schindler der kritischen Beurteilung von Vertretern der Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship (FASE), Tengelmann Social Ventures, der ISSO Foundation, der Boston Consulting Group, sowie des WHU Inkubators. Sowohl durch ihre Präsentation, wie auch die souveräne Beantwortung aller aufkommenden Fragen, setzten sie sich von den anderen Pitchanwärtern ab und verdienten sich den 1. Platz.

HiMate befindet sich zurzeit in der offenen Testphase in Berlin. Sie wollen HiMate unterstützen? Gesucht werden noch viel mehr Gutscheine von engagierten Unternehmen in Berlin. Denn die Nachfrage der Flüchtlinge ist riesig.

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