Mittwoch, 30. August 2017

WHU@gamescom 2017

Bundeskanzlerin Angela Merkel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und WHU Alumnus Tobias Haar eröffnen die gamescom

Foto: gamescom

Sollte es noch Bedenken gegeben haben, dass Games und Gamification lediglich ein Nischenthema sind, dürften diese spätestens seit dem Besuch der Bundeskanzlerin auf der diesjährigen gamescom verflogen sein. Digitale Spiele haben längst Eingang in alle Lebensbereich gehalten und bieten insbesondere im Bereich „Serious Gaming“ innovative Lösungen für viele gesellschaftlich relevante Fragestellungen. Insofern bot das vom 22. bis 26. August 2017 in Köln stattfindende Event wieder perfekte Rahmenbedingungen für eine Reihe von „Life-Long-Learning“ und „Executive Education“ Veranstaltungen, organisiert durch Stiftung WHU und dem WHU Wipro Center for Business Resilience in Kooperation mit dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU).

Der Besuch und die diesjährige Eröffnungsrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel glichen einem Ritterschlag für die Branche und unterstrichen unmissverständlich die Relevanz der Spieleindustrie für Politik und Wirtschaft. Neben aktuellen Themen wie Jugend- und Datenschutz, Digitalisierung und Breitbandausbau machte die Kanzlerin den Verbänden Hoffnung auf die langersehnte  Kulturförderung auf Bundesebene indem sie klarstellte: „Computer- und Videospiele sind als Kulturgut, als Innovationsmotor und als Wirtschaftsfaktor von allergrößter Bedeutung“. Das Alumninetzwerk der WHU war in diesem Jahr besonders sichtbar: BIU-Vorstandsmitglied Tobias Haar (EMBA 2016) hatte die Ehre, die Bundeskanzlerin auf der gamescom zu begrüßen. "Der Besuch von Frau Dr. Merkel und vor allem ihre Reden unterstreichen nachdrücklich die große Bedeutung, die Computer- und Videospiele für den Digital- und Wirtschaftsstandort Deutschland haben. Jetzt muss es darum gehen, die Rahmenbedingungen für die Games-Branche hierzulande zu verbessern, damit auch Games aus Deutschland zum Exportschlager werden können", erklärte er im Anschluss.

Mit dem Format „Executives&Kids@gamescom“ gab die WHU mehr als 70 Führungskräften erneut die Gelegenheit, sich an drei Tagen einen persönlichen Eindruck von der Dynamik der Spielebranche zu machen und mit führenden Vertretern Transfermöglichkeiten von Gamification-Ansätzen zu diskutieren. Insbesondere das Lernen von den naheliegendsten Mentoren und Fachexperten –  nämlich den eigenen Kindern, Auszubildenden oder Werkstudenten der Führungskräfte – war integraler Bestandteil des gamescom-Besuches. Die Teilnehmer rekrutierten sich dabei sowohl aus dem WHU-Friends & Family Netzwerk, dem WHU-Alumnikreis als auch aus den Absolventen des WHU CIO Leadership Excellence Programs sowie den WHU Executive Education Alumni.

Nicht nur Führungskräften aus der Wirtschaft, sondern auch jenen aus dem Nonprofit-Sektor war eine eigene Veranstaltung gewidmet. Wie im Vorjahr schlug das gemeinsam von Stiftung WHU, Haniel Stiftung und der Stiftung Digitale Spielekultur entwickelte „Foundations@gamescom“ Format die Brücke zwischen drittem Sektor und Spieleindustrie. Im Mittelpunkt stand die Fragestellung „Wie können Nonprofits Digitalisierung und Gamification für ihre Mission/ihren Stiftungszweck und für mehr Impact einsetzen?“. Nach der Begrüßung durch BIU-Geschäftsführer Felix Falk und Peter Tscherne von der Stiftung Digitale Spielekultur bot ein Workshop mit Odile Limpach und Jean Michel Blottiere einen Einblick wie die Initiative „Gamesforchange“ in den USA und Frankreich konkrete Projekte in diesem Bereich entwickelt und umsetzt. Input-Gespräche mit Jens Kosche und Martin Lorber von Electronic Arts, Maxi Gräff von Microsoft, Ralf Reichert von ESL und Benedikt Grindel von Ubisoft Blue Byte rundeten die Workshoperfahrungen ab und boten den Teilnehmern exklusive Einblicke und Gelegenheit zum weiteren persönlichen Austausch. Dr. Peter Kreutter, Stiftung WHU, zog ein positives Fazit „Wie sowohl die Gespräche als auch die ersten Ergebnisse unserer Studie Digitalisierung von sozialen Organisationen zeigen, kann der Nonprofit-Bereich durch Digitalisierung und Gamification einen großen Schritt nach vorne machen.“

Auch der diesjährige gamescom congress, erneut inhaltlich unterstützt durch die WHU, bestätigte mit einer innovativen „Wahlkampfarena“ die große gesellschaftliche Bedeutung der etwa drei Milliarden schweren Gaming-Industrie. CDU-Generalsekretär Peter Tauber, SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, FDP-Generalsekretärin Nicola Beer, der Bundesgeschäftsführer der Linken, Matthias Höhn sowie Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen stellten sich den Fragen der Youtuber Peter Smits (Piet Smiet), Florian Mundt (LeFloid) und Colin Gäbel (Rocket Beans). Diskutiert wurden unter anderem Digitalpolitik, der Einsatz digitaler Medien in der Bildung sowie Rahmenbedingungen der Spielebranche und die Anerkennung von E-Sports als (olympische) Sportart.

Die gamescom findet jährlich in Köln statt und brach dieses Jahr über den Zeitraum von fünf Tagen mit 350.000 Besuchern aus 106 Ländern sowie 919 Unternehmen gleich mehrere Rekorde. Mit 30.700 Fachbesuchern gilt sie als Europas wichtigste Businessplattform der Gaming-Branche. Die Vorbereitungen für WHU@gamescom 2018 laufen bereits wieder auf Hochtouren.

Foto: gamescom

Foto: Stefanie Hergenröder

Foto: Stefanie Hergenröder

Foto: Stefanie Hergenröder

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