Mittwoch, 07. Dezember 2016

Forschungsstipendium für "Islamic Banking"

Prof. Dr. Serden Ozcan, Lehrstuhl für Innovation und Organisation an der WHU – Otto Beisheim School of Management hat zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Christophe Boone von der Universität Antwerpen für ihre Forschung über Islamic Banking eine Förderung in Höhe von 212.000 Euro von der Flanders Research Foundation (FWO) erhalten. In dem Wettbewerb um die Förderung konnten sie sich gegen zahlreiche Konkurrenten durchsetzen.

Islamic Banking fußt auf der wirtschaftlichen Ideologie des Islams. Nach den Gesetzen der Scharia dürfen Banken weder Zinsen verlangen noch zahlen, sich nicht an Spekulationsgeschäften beteiligen und keine unnötigen Risiken eingehen. Investitionen in aus religiöser Sicht abzulehnenden Industrien sind ebenfalls verboten. Islamic Banking ist das am schnellsten wachsende Segment des internationalen Finanzmarktes. Inzwischen gibt weltweit es 270 Islamische Banken, die auch in 29 nicht-muslimischen Ländern vertreten sind.

Die erste Islamische Bank in Deutschland, die sämtliche Bankangebote im Einklang mit den Gesetzen der Scharia anbietet, öffnete im Juli 2015. Sie operiert inzwischen in Frankfurt, Berlin und Mannheim und hat 15.000 Kunden, von denen 10 Prozent nicht-muslimische Deutsche sind. Prof. Dr Ozcan sieht großes Potential für die Expansion islamischer Banken in Deutschland. Zwei der Katalysatoren für ein weiteres Wachstum auf diesem Gebiet seien die wachsende Zahl von Einwanderern aus muslimischen Staaten sowie der Brexit.

Die Professoren Ozcan und Boone werden die 212.000 Euro Förderung für tiefergehende Forschungen zum Thema einsetzen. Ihr Vorhaben haben sie in drei Unterthemen gegliedert: Sie konzentrieren sich auf Human Resources in Islamischen Banken und forschen zu Corporate Governance-Strategien, religiöse Supervisory Boards und Top Management-Teams. Das dritte Projekt beschäftigt sich mit Produktentwicklung und Marktexpansionsstrategien. Ihr Forschungsprogramm beinhaltet Feldstudien in Kernmärkten des Islamic Banking wie Malaysia, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei sowie eine enge Zusammenarbeit mit ein paar der weltweit größten islamischen Banken.

Foto: JOAT/Shutterstock