Mittwoch, 10. Mai 2017

Paritätische Finanzierung ist ungerecht

SPD-Chef Martin Schulz will die paritätische Finanzierung in der Gesetzlichen Krankenversicherung wieder einführen und die Arbeitgeber den gleichen Anteil wie die Arbeitnehmer zahlen lassen. Das ist reine Symbolpolitik und hat mit echten Reformen nichts zu tun. Dabei wären wirkliche Lösungsansätze dringend geboten. Sonst bezahlt die junge Generation - wieder einmal. - Ein Kommentar im Manager Magazin von WHU-Professor Christian Hagist -

Langsam laufen sich die Kandidaten und Parteien für die Bundestagswahl warm - und so wurde vor der Wahl in Schleswig-Holstein ein Vorschlag des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung publik, welchen die Medien mit Schlagzeilen wie "höhere Sozialabgaben für Unternehmen" oder Ähnlichem aufgriffen.

Dabei stach vor allem die Rückkehr zur vollständigen Parität bei den Krankenversicherungsbeiträgen, also eine 50:50-Finanzierung der Beiträge durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber, hervor. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) bezeichnete den Vorschlag auf der Kundgebung zum 1. Mai in Berlin sogar als "wichtigste Reform in der nächsten Legislaturperiode". Wenn das wirklich alles ist, was die Sozialdemokraten bei der sozialen Sicherung auf Lager haben, verheißt dies für echte und notwendige Reformen unseres sozialen Sicherungssystems nichts Gutes.

Die paritätische Finanzierung ist für viele Sozialpolitiker und Gewerkschaftler eine heilige Kuh. In Wahrheit ist sie aber eine Chimäre - denn am Ende werden alle Sozialbeiträge vom Lohn der Arbeitnehmer bezahlt. Das vermeintliche Mehr an Gerechtigkeit wird nicht erreicht, denn egal wem das Geld auf dem Papier zugeordnet wird - Arbeitnehmer oder -Arbeitgeber - am Ende muss es immer vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden. Um dies zu sehen, muss man sich einmal in die Gedankenwelt eines Unternehmers begeben.

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