Dienstag, 11. April 2017

Wirtschaft in der Verantwortung

1. Rhein-Ruhr-Dialog von managerfragen.org, Social Impact Lab Duisburg und WHU – Otto Beisheim School of Management in Düsseldorf

Die Medien sind sich weitgehend einig und weite Teile der Gesellschaft scheinbar ebenfalls: Wirtschaftsunternehmen und Manager werden ihrer Verantwortung nicht gerecht - ob opportunistische Wahlkampfspenden für Trump, Diesel- oder Fleischskandale oder einfach "nur" die Frauenquote in Führungspositionen. Haben wir als Bürger und Gesellschaft der Wirtschaft zu viel Verantwortung und Entscheidungsspielraum übertragen oder erwarten wir vielleicht einfach zu viel? Wie weit geht eigentlich die Verantwortung von Unternehmen beziehungsweise muss sie im Sinne gesellschaftlicher Verantwortung gehen?

Um diesen Fragenkomplex aus verschiedensten Perspektiven zu beleuchten sowie kontrovers aber auch konstruktiv zu diskutieren, luden managerfragen.org, Social Impact Lab Duisburg und die WHU gemeinsam am 21. März 2017 unter dem Titel „Wirtschaft in der Verantwortung! Vertrauen verspielt?“ zum 1. Rhein-Ruhr-Dialog auf den WHU Campus nach Düsseldorf ein. Die rund 60 Teilnehmer aus den drei Stakeholder-Gruppen Wirtschaft, Bürger und Medien hatten bereits im Vorfeld Themen eingereicht, bei denen sie es persönlich für wichtig erachten, die Rolle der Verantwortung durch die Wirtschaft zu erörtern. Besonders bereichernd für die Runde war die Teilnahme verschiedener Sozialunternehmer aus dem Social Impact Lab Duisburg. Die Bandbreite der Themen reichte dabei von gesellschaftlichen Herausforderungen wie Schutz der Privatsphäre im Kontext von Big Data über die Verantwortung von Unternehmen in gesamten Lieferketten bis hin zum Themenbereich „Gemeinwohl und soziale Gerechtigkeit“.

Nach jeweils einem Impulsbeitrag eines Vertreters der Wirtschaft, der Bürger und der Medien, ging es in Kleingruppen von je sechs Teilnehmern in die Arbeitsräume. Hier wurde in einem Zeitrahmen von rund 90 Minuten ein Set von zehn Themen diskutiert, die im Vorfeld von den Teilnehmern als für sie besonders relevant abgefragt und zusammengestellt wurden. Zum Einsatz kam das Konzept des „Verantwortungspokers“, eines vom Verein managerfragen.org entwickelten Kartenspiels. Hierbei haben die Spielkarten unterschiedliche Werte hinsichtlich der Verantwortungsübernahme und Entscheidungsfindung von Wirtschaft und Gesellschaft (beziehungsweise staatlicher Institutionen) und können entsprechend ausgespielt werden. Das Spiel bot einen guten Einstieg in die Gruppeninteraktion, in dem die unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Verantwortung schnell und systematisch erkundet werden konnten, und gleichzeitig eine besondere Dialogkultur ermöglicht wurde, die zuhören, respektieren und aufeinander zugehen förderte.

Dirk Sander und Clemens Brandstetter, zwei der Gründer von managerfragen.org, zogen eine positive Bilanz zur Veranstaltung: „Mit dem 1. Rhein-Ruhr-Dialog als einer offenen Regionalveranstaltung haben wir als managerfragen.org einen weiteren wichtigen Schritt vollzogen. Sie ergänzt die in den letzten Jahren überwiegend ‚geschlossenen‘ Formate, das heißt internen Diskursformaten von Unternehmen beziehungsweise Organisationen mit gesellschaftlichen Vertretern oder Bürgerinnen und Bürgern, ideal. Wir freuen uns auf weitere Folgeveranstaltungen in der Region Rhein-Ruhr wie im gesamten Bundesgebiet.“

Dr. Peter Kreutter, Direktor der Stiftung WHU, erklärte die Motivation der WHU, den 1. Rhein-Ruhr-Dialog mit auszurichten: „Seit jeher ist verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln in der Identität der WHU verankert. Dies spiegelt sich unter anderem in den studentischen Initiativen wie forum WHU‘ oder ‚WHU Studenten helfen‘. Letztere hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, das gemeinnützige, soziale Engagement innerhalb der Studentenschaft langfristig zu fördern und nachhaltig Hilfe zu leisten, wo diese benötigt wird. Insofern sind wir gerne Partner und Gastgeber für Veranstaltungen und Formate wie den 1. Rhein-Ruhr-Dialog, die die Brücke zwischen Wirtschaft und Gesellschaft schlagen. Das vielfältige positive Feedback der Teilnehmer bestärkt uns darin, entsprechende Formate voranzutreiben.“

Möglich gemacht wurde die Veranstaltung durch die großzügige Förderung der Peter Curtius Stiftung. Dank deren Hilfe konnte auch ein digitaler Themen-Pavillon eingerichtet werden, auf dem die Diskussion bereits vor der Veranstaltung gestartet wurde und auch künftig weitergeführt werden kann. 

Der 2. Rhein-Ruhr-Dialog ist für Frühjahr 2018 geplant.